Sitzsäcke sind die Hybriden moderner Wohnkultur: Gebrauchsgegenstand und Möbel auf der einen Seite, vielfältig in Material und Muster wie Kleidung auf der anderen Seite. Sie berühren unsere Haut und manchmal schlafen wir sogar auf ihnen. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass wir dem Sitzsack eine ähnliche Pflege wie unserem Lieblingspulli angedeihen lassen – damit er lange frisch, sauber und ansehnlich bleibt. Aber auch, damit wir gerne auf ihm Platz nehmen und er sich gut anfühlt. Der Dreisatz des gepflegten Sitzsackes lautet deshalb: Schützen (vorbeugen), reinigen (ist doch etwas passiert), ersetzen oder erneuern.

1. Reinigen
Eigentlich klar: Den Sitzsack sollte man regelmäßig waschen. Häufig wird das aber vergessen, da man ihn als Möbel und nicht wie ein Kleidungsstück oder etwa Bettwäsche wahrnimmt (wenngleich er aus ähnlichem Material ist). Für die Reinigung auf jeden Fall die Hersteller-Waschanleitung beachten! Die meisten Hüllen können problemlos in der Maschine bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden. Wer sehr vorsichtig ist, nutzt Feinwaschmittel, welches nicht nur für Wolle, sondern auch für Synthetik- und Microfasern empfohlen wird. Möchte man auch unter 60 Grad Waschtemperatur sicher sein, dass der Smoothy hygienisch rein wird, so einfach einen Klecks Hygienespüler in das Weichspülfach der Maschine geben. Diese Waschzusätze gibt es in jeder Drogerie und auch für empfindliche Allergikerhaut. Vor dem Waschen wird natürlich der Innensack entfernt, beim Smoothy geht das ganz einfach per Reißverschluss. Siehe hierzu das Posting zum Thema Reinigung.

2. Abwischen
Wasserdichte Sitzsäcke nach dem Verschütten von Flüssigkeiten sofort feucht abwischen, danach trocken tupfen (am besten mit einem weichen, fusselfreien Tuch wie Microfaser). Auch wenn die Flüssigkeit nicht ins Innere dringt: Bestandteile etwa des Getränkes können natürlich trotzdem unschöne Ränder hinterlassen, etwa Fruchtreste naturtrüber Säfte. Auch der Geruch eines verschütteten Bieres ist nicht besonders einladend. Unterschiedliche Substanzen sind selbstredend verschieden leicht oder schwierig zu entfernen. Das A und O ist also zunächst, den Sitzsack zu schützen und, ist ein Malheur passiert, sofort zu reagieren. Dickere Substanzen wie z.B. Pudding zusätzlich vorsichtig mit einem dickeren Papier abnehmen. Bei allen Fleckensorten gilt: nicht verreiben, sondern zunächst vorsichtig tupfen!

3. Wenden
Den Sitzsack häufig mal wenden! Schließlich liegt er meist direkt auf dem Boden, eine Seite könnte also den Schmutz des Bodens annehmen bzw. die Oberseite den Staub sammeln. Gott sei Dank ist die Bean Bag ja leicht: Also einfach des Öfteren aufschütteln, wie man es auch mit einer Bettdecke tut. Und danach ruhig mal auf Kante stellen, statt immer auf die Fläche zu legen: So stellt man sicher, dass alle Seiten des Sitzsackes gleichmäßig genutzt werden. Auch der Bereich, in dem der Sitzsack eingesetzt wird, sollte natürlich je nach Material regelmäßig gesaugt oder gewischt werden. Auch hier gilt: Kräftezehrendes Möbelrücken entfällt, der Smoothy ist ein Leichtgewicht der Wohnungseinrichtung.

4. Das Innenleben pflegen
Die Füllung erneuern: Ist ein Sitzsack nicht wasserdicht, so kann Flüssigkeit natürlich auch in die Füllung sickern. Die feinen EPS-Perlen sind zu kleinkörnig, um sie in Eigenregie zu reinigen. Günstiger kommt deshalb ein Ersetzen der Perlen. Natürlich kann man die Füllung auch ohne Verunreinigung hin und wieder „updaten“: Etwa indem man neuen Perlen nachfüllt, wenn man den Sitzsack künftig praller haben möchte, oder einige (durch den Reißverschluss) entfernt, wenn er weicher sein soll. Dafür den Sitzsack samt Innenleben am besten in einen großen Karton (oder in die Badewanne bei verschlossenem Stöpsel) stellen, öffnen und vorsichtig die kleinen Perlen mit einem geeigneten Gerät (etwa einer Schale) entnehmen. Umfüllen und dabei darauf achten, dass die kleinen Perlen schnell entwischen können! Kinder und Hunde sollten also nicht in der Nähe sein. Natürlich kann man auch direkt mit einem kleinen Karton diejenige Menge der Perlen aus dem Inlet herausschöpfen, um die man die Spannung des Sackes verringern möchten.

5. Vorsicht Sonne!
Jeder Stoff kann mit den Jahren ausbleichen, wenn er zu starker Sonne ausgesetzt ist. Also machen wir es wie Großmutter und behandeln unseren Sitzsack auch in puncto Sonneneinstrahlung vorsichtig. Sitzsäcke für außen hingegen sind meist robuster, auch in der Farbgebung. Und einen Sitzsack aus sanfter Baumwolle würde man schließlich sowieso nicht stundenlang auf die Wiese in die pralle Sonne legen.

6. Guter Duft
Ein schöner und sehr einfacher Trick, um den Sitzsack zu individualisieren, ist, ihn für einen besonderen Abend (oder auch nach dem Auslüften) zum Duften zu bringen! Dafür den Duftstoff (am besten einen trockenen) in einen komplett verschlossenen kleinen Sack füllen und im Inneren des Inlets verbergen. Wichtig ist, dass der Duftstoff (z.b. Lavendel) in einem sehr dichten Gewebe vernäht wird, so dass er nicht heraus bröseln kann, denn der Sitzsack wird ja „besessen“. Ebenso elementar: den Duftgeber danach zügig wieder zu entfernen, so dass Schimmel oder ähnliches keine Chance haben. Ein guter Duft (etwa der beruhigende Lavendel) verbleibt ohnehin länger im Gewebe und vertreibt (im Falle von Lavendel) sogar Motten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Sitzsack frisch riecht, ohne dass man seinen Bezug mit Ölen oder Parfümen beträufeln und damit verunreinigen müsste. Zum guten Duft gehört natürlich auch das regelmäßige Auslüften das Sackes. Dabei jedoch auf die schon beschriebene Sonneneinstrahlung achten – und an einem neblig-feuchten Tag gehört der Smoothy natürlich auch nicht auf’s Fensterbrett.

7. Schutz vor Kinderhänden und Hundepfoten
Kleine Kinder sollte man nicht mit Sitzsäcken alleine lassen: Hat der Sitzsack einen Reißverschluss, so haben kleine Kinderhände ihn schnell geöffnet und den lustig rollenden Inhalt entdeckt – der selbstredend nicht in den Mund gelangen sollte. Eine Regel für den Erhalt des Sitzsackes ist also: Drauf darf, wer sich auskennt und nicht mit schmutzigen Schuhen, matschigen Pfoten oder neugierigen Händen dem Sitzsack zu Leibe rückt. Also große Kinder und Erwachsene, Hunde nur ins Dogbed und kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt – aber das sollte ohnehin selbstverständlich sein.

8. Flecken differenziert behandeln
Ein kleiner Exkurs zum Thema Fleck: Jeden Fleck sollte man richtig behandeln! Wer schon einmal versucht hat, einen Blutfleck oder Rotweinfleck zu entfernen, hat bereits einen kleinen Einblick in die Welt der verschiedensten Fleck-Problematiken gewonnen. Blut etwa soll mit kaltem Wasser behandelt werden (Eiweiß!), auf Rotwein soll man angeblich Salz streuen… anstatt eine unendlich lange Liste von Fleckenarten zu beschreiben, verweisen wir deshalb an dieser Stelle auf die sehr praktische Auflistung von https://www.frag-mutti.de/flecken.  Bei allen Reinigungsarten sollte jedoch beachtet werden, ob die Farbe durch den Vorgang ausbleichen kann. Ist der Bezug gar nicht mehr zu retten, so bleibt immer noch die Möglichkeit, den Innensack samt Füllung weiter zu verwenden (so die Füllung nicht beschädigt wurde) und dem Sitzsack (und sich selbst) einen neuen Bezug zu gönnen. Vielleicht ja sogar mit einem neuen Muster?

9. Flecken verbergen
Nicht mehr entfernbare Flecken müssen aber nicht zwangsweise zu einem Entsorgen der Hülle führen. Kreative und handwerklich begabte Menschen, die an ihrem Sitzsack hängen, machen es nicht anders als mit einem Lieblingspulli: Ein formschöner, aufnähbarer Flicken (aus schönem Stoff selbst zuschneiden) oder aufbügelbare Elemente machen aus einem fleckigen Sitzsack ein schönes Upcycling-Projekt. Und zum „Runterräubern“ für Gartenhaus, VW-Bus oder Kinderzimmer erfüllt er noch allemal einen guten Zweck.

10. Sei lieb zu deinem Sitzsack!
Einige Materialien reagieren dankbar mit frischem Look auf pflegende Bürstenstriche: Etwa Samt oder Kunstfell lassen sich mit einigen Strichen optisch verjüngen (Samt bekommt, gegen den Strich gebürstet, eine dunklere Farbschattierung). Zugleich entfernt man dabei Staub. Weil sich Stoffe, die einen sogenannten Flor haben, bei längerem Plattsitzen auch gerne anlegen, gehört ein regelmäßiges Darüberstreichen zur Standardpflege, damit keine glänzenden Stellen entstehen. Geeignet sind z.B. Kinderbürsten mit weichen Borsten (da sie keine hässlichen Streifen hinterlassen). Und wer seinem Samt-Sitzsack schon einmal über die weiche Oberfläche gestreichelt hat, weiß: Die Pflege lohnt sich.