Die verrücktesten Stuhlkreationen: So saßen Sie garantiert noch nie!

18. Dezember 2014

Wo sitzt es sich am bequemsten: auf einem bunten, verdrahteten Hocker, einem Pappmaché-Stuhl oder einer nackten Frauenskulptur? Wahrscheinlich auf keinem der Beispiele. Aber was ihnen an Bequemlichkeit fehlt, machen sie mit Verrücktheit wett. Denn ganz ehrlich: Bei so viel Aufmerksamkeit, die ein Stuhl von Allen Jones oder ein Einkaufswagen-Sessel generiert, braucht es auch keine Gemütlichkeit. Wir stellen Ihnen die verrücktesten und außergewöhnlichsten Stuhl-Kreationen vor und haben ein paar DIY-Tipps für Sie.

Studio Besau-Marguerre: Hocker Nido

Der Hocker von Studio Besau-Marguerre, Bild: © Dirk Dunkelberg/ german-design-council.de

Nur 900 Gramm schwer und trotzdem stabil: Das ist der Hocker Nido der Designerin Eva Marguerre von Studio Besau-Marguerre aus Hamburg. Die Hocker bestehen aus Glasfasern, die in einem eigens von Eva Marguerre entwickelten Verfahren in Harz getränkt und dann verbunden werden. Diese Kombination aus innovativem Materialeinsatz und außergewöhnlichem Design fanden auch die Juroren des German Design Award interessant. Das Studio Besau-Marguerre und sein Hocker Nido wurden als Newcomer Finalist 2014 ausgezeichnet.

Neben den Standard-Modellen in Schwarz und Weiß gibt es den Hocker auch in den Sonderfarben Pink und Gelb, die extra für die Stilwerk Gallery in Hamburg designt wurden.

Allen Jones Frauen-Stühle

Der britische Pop-Art Künstler Allen Jones ließ Ende der 60er-Jahre Frauen als Couchtische, Garderobenständer und Sitzgelegenheiten fungieren. Dabei durften seine Frauen-Hocker natürlich nicht angezogen sein, sondern mussten dem männlichen Hintern halbnackt und mit Highheels eine weiche Sitzfläche bieten.

Einen dieser Hocker sehen Sie auf dem Flickr-Stream der Kuratorin Régine Debatty: régine debatty /flickr.com

Die Reaktionen auf Jones Möbel-Skulpturen bleiben daher bis heute gespalten. Die einen sehen in Jones das Paradebeispiel eines sexistischen Fetischisten, andere können über seine Frauenmöbel lachen. Laut eigener Aussage wollte der britische Künstler mit seinen barbusigen Tischplattenhalterinnen das Verhältnis zwischen Mann und Frau und die weibliche Sexualität darstellen. Die Porno-Kunst-Möbel sind dabei auch über 40 Jahre nach ihrer Herstellung immer noch populär. Erst 2012 wurde ein Skulpturen-Set, bestehend aus Stuhl, Hutständer und Tisch, aus dem Nachlass des Playboys Gunter Sachs für 2,6 Millionen britische Pfunde versteigert.

Haze Chair: milchige Geometrie

Haze bedeutet so viel wie Milchigkeit, Dunst oder Nebel. Wie umhüllt von einem Dunst erscheinen auch die Farben des Haze Chair, der aus der Schmiede des südkoreanischen Designers Wonmin Park stammt.

Designmilk zeigt den Haze Chair zum Beispiel hier: designmilk /flickr.com

Der Stuhl besteht aus verschieden farbigen Kunstharz-Platten, die asymmetrisch angeordnet sind. Je nach Perspektive lässt die Kombination der Platten den Haze Chair anders wirken. Der Clou: Die Sitzfläche ist fast durchsichtig, was den Sitzenden zwischen bunten bonbonfarbenen Platten schweben lässt.

MARNI “100 CHAIRS: L’ARTE DEL RITRATTO”

Das Wohltätigkeitsprojekt “100 Chairs” der Modefirma Marni wurde erstmalig während des Salone del Mobile 2012 in Mailand vorgestellt. Die 100 Stühle bestehen aus Metallrahmen, die Sitzflächen bilden verflochtene Fäden aus PVC. Gefertigt wurden die Stühle von kolumbianischen Ex-Häftlingen. In ihrer Machart erinnern sie an klassisch kolumbianische Möbel, doch das Design ist um einiges ausgefallener.

Die außergewöhnliche Kombination von Form, Farbe und Material hat dem Projekt “100 CHAIRS: L’ARTE RITRATTO” dann auch 2013 eine Nomination für den Designs of the Year 2013 Award des Design Museum London eingebracht.

DIY-Idee: Pappmaché-Sessel von mathak+mahlknecht

2 Kilogramm Altpapier hat wohl jeder von uns irgendwo rumliegen. Die Papierreste müssen Sie jedoch nicht wegschmeißen, denn es kann auch darauf gesessen werden. Das Designerduo mathak+mahlknecht hat ein DIY-Kit entwickelt, mit dem Sie alte Zeitungen ganz einfach in einen stabilen und individuellen Stuhl verwandeln können.

Das Ziel des Projekts: ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen und zeigen, dass Upcycling nicht auf Kosten von Design gehen muss. Dabei entsteht auch eine besondere Beziehung zum Stuhl, denn er wird eben ganz individuell selbst hergestellt.

Alles, was gebraucht wird, ist das DIY-Kit. „Im Kit enthalten sind die Form, Kleister und Farbpigmente. Der Benutzer benötigt nur 2 Kilogramm Altpapier, einen Handmixer und Wasser. Damit rührt er Pappmaché an und füllt es in die Form. Nach 2 Wochen ist der Sessel trocken und kann entformt werden.“ informieren uns die Erschaffer.

Mehr Informationen zum wunderbaren Pappmaché-Sessel samt Bildbeispiel finden Sie auf der Webseite von mathak+mahlknecht : mathakundmahlknecht.at.

DIY-Idee: Einkaufswagen-Sessel

Normalerweise ist er dazu da, um Brot, Butter und Birnen ohne Schleppen durch den Supermarkt zu befördern, doch der Einkaufswagen kann auch als rollender Sessel zweckentfremdet werden, wie diese Anleitung des Maker workshops zeigt:
Make/youtube.com

Es bedarf zwar etwas handwerklichen Geschicks, aber dafür können Sie es sich dann auch in einem ganz besonders Sessel gemütlich machen. Für den individuellen Touch: einfach den Einkaufswagen-Sessel bunt streichen oder mit Polstern versehen. Und wenn die Rollen drangelassen werden, können Sie mit Wagen-Sessel auch gut durch die Gegend fahren – vielleicht ganz gemütlich zum nächsten Supermarkt.

Wer auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Stuhl ist, wird also bei einem der vorgestellten Designer fündig oder bastelt sich das Stuhl-Kunstwerk einfach selber. Und sollte der Allerwerteste nach dem Sitzen auf Drahthocker oder Kunstharz-Sessel doch einmal wehtun: einfach in einen unserer Sitzsäcke umsetzen und das Designer-Stuhl-Modell aus der Ferne bewundern.

Einen Sitzsack zu Weihnachten

12. Dezember 2014

Kaum hat man sich versehen, steht schon wieder Weihnachten vor der Tür. Alle, die nicht akribisch bereits Monate vorher Ideen sammeln und besorgen, verfallen meist kurz vor dem bewussten Tag in panische Suche. Gott sei Dank ist das Internet hier unser bester Helfer: Nachts um 1 Uhr noch schnell eine Idee gehabt und 5 Minuten später geordert. Meist ist das begehrte Teil innerhalb weniger Tage da.

Der Sitzsack: ungewöhnlich und praktisch
Wir können gar nicht anders: Natürlich müssen wir einen Sitzsack als Weihnachtsgeschenk empfehlen! Und das hat auch gute Gründe. Ein Sitzsack ist noch immer ein ungewöhnliches Möbel für viele, entsprechend überraschend ist ein Sitzsack als Geschenk. Nicht zu unterschätzen: Große Geschenke kommen immer gut an! Natürlich ist ein Bean Bag keine Kleinigkeit, deshalb tun sich gern ein paar Leute zusammen. Ein tolle Idee ist also auch der Sitzack als Gemeinschaftsgeschenk. So kann es auch gern ein größeres Modell werden, wenn alle zusammenlegen.

Der Weihnachtsmann würde Smoothy wählen

Welchen Sitzsack als Weihnachtsgeschenk?
Auch wenn es verlockend ist: nicht nach dem eigenen Geschmack entscheiden, sondern an den (Einrichtungs)Stil des Beschenkten denken. Farblich passend zu Heiligabend ist natürlich das weihnachtliche Rot (das ohnehin vielen gefällt), deshalb findet ihr auf Smoothy derzeit eine tolle Rabattaktion für Weihnachts-Smoothys unter dem Namen “Günstiger im Advent”: Die vier gezeigten Modelle von Metallic Junior bis Cotton, von Outdoor Supreme bis Cube, gibt es in festlichem Rot (aber natürlich auch in anderen tollen Farben) mit 24% Rabatt. Warum 24%? Ist doch klar, Weihnachten ist am 24. Dezember…

Weihnachtliches Rot für's Kinderzimmer: Der Metallic Junior

Wann den Sitzsack bestellen?
Eigentlich klar: so flink wie möglich! Ein vielleicht banaler, aber wichtiger Aspekt bei der Bestellung eines Sitzsackes zu Weihnachten ist die zeitliche Planung: Welche Tage sind Werktage, an welchen Tagen werden ergo Pakete bearbeitet und geliefert? Ein extra schneller Versand kostet meist deutlich mehr, deshalb empfehlen wir die rechtzeitige Bestellung. So spart man sich Nerven. Bei Smoothy ist der Versand übrigens kostenlos. Betrachtet man das aktuelle Jahr, so sehen wir, dass Weihnachten an einem Mittwoch liegt: Das bedeutet 2 wunderbare Werktage direkt vor Heiligabend, an denen noch geliefert werden kann. Zählen wir von heute ab, so haben wir noch 10 Werktage bis Weihnachten 2014. Das heißt: flink bestellen! Wichtig außerdem: Es sollte jemand zuhause sein, wenn das Paket ankommt, denn ein Sitzsack-Karton ist groß und nicht jeder Nachbar blockiert damit gerne seinen Flur. Ansonsten einfach den Lieblingsnachbarn vorwarnen und mit einem Dankeslebkuchen bestechen. Vielleicht darf er auch mal auf einen Glühwein zum Probesitzen kommen.

Ganz klassisch verpackt - oder völlig anders? Für einen Sitzsack braucht man eine Meeenge Papier

Und wie verpacke ich einen Sitzsack als Geschenk?
Sitzsäcke kommen naturgemäß in großen Kartons, selbst die kleinen Sitzsack-Modelle für Kinder haben im Vergleich zu anderen Geschenken ein beachtliches Format. Ist der Karton schlicht und stabil so wie bei Smoothy, eignet er sich hervorragend, um direkt als Geschenkverpackung herzuhalten. Bevor jetzt wild Unmengen von Papier gekauft werden um den Karton zu verhüllen: warum nicht einfach eine große rote Schleife um den Sitzsack-Karton schlingen? Kinder lassen sich stundenlang mit dem Ausschneiden von Sternen (zum Karton-Bekleben) oder dem Bemalen desselben beschäftigen. Auch am Weihnachtsabend nicht zu unterschätzen: Der Karton hält als Spielzeug zum Verstecken her. Wer einen ganz anderen Weg gehen will, packt den ausgepackten Smoothy einfach in einen großen gemusterten Bettbezug und bindet diesen links und rechts mit Schleifen zum überdimensionalen Bonbon. Voila!

Und zu guter Letzt …
Selbstredend ist der Sitzsack die perfekte Sitzgelegenheit unter dem Weihnachtsbaum: nahe der duftenden Tannennadeln, auf Augenhöhe mit den Geschenken, bequem für den Geschenke- und Plätzchenmarathon.

Ein smoothes Weihnachten 2014 wünscht das ganze Team von Smoothy!

10 gute Ideen, wie der Sitzsack schön und gepflegt bleibt

14. November 2014

Sitzsäcke sind die Hybriden moderner Wohnkultur: Gebrauchsgegenstand und Möbel auf der einen Seite, vielfältig in Material und Muster wie Kleidung auf der anderen Seite. Sie berühren unsere Haut und manchmal schlafen wir sogar auf ihnen. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass wir dem Sitzsack eine ähnliche Pflege wie unserem Lieblingspulli angedeihen lassen – damit er lange frisch, sauber und ansehnlich bleibt. Aber auch, damit wir gerne auf ihm Platz nehmen und er sich gut anfühlt. Der Dreisatz des gepflegten Sitzsackes lautet deshalb: Schützen (vorbeugen), reinigen (ist doch etwas passiert), ersetzen oder erneuern.

1. Reinigen
Eigentlich klar: Den Sitzsack sollte man regelmäßig waschen. Häufig wird das aber vergessen, da man ihn als Möbel und nicht wie ein Kleidungsstück oder etwa Bettwäsche wahrnimmt (wenngleich er aus ähnlichem Material ist). Für die Reinigung auf jeden Fall die Hersteller-Waschanleitung beachten! Die meisten Hüllen können problemlos in der Maschine bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden. Wer sehr vorsichtig ist, nutzt Feinwaschmittel, welches nicht nur für Wolle, sondern auch für Synthetik- und Microfasern empfohlen wird. Möchte man auch unter 60 Grad Waschtemperatur sicher sein, dass der Smoothy hygienisch rein wird, so einfach einen Klecks Hygienespüler in das Weichspülfach der Maschine geben. Diese Waschzusätze gibt es in jeder Drogerie und auch für empfindliche Allergikerhaut. Vor dem Waschen wird natürlich der Innensack entfernt, beim Smoothy geht das ganz einfach per Reißverschluss. Siehe hierzu das Posting zum Thema Reinigung.

2. Abwischen
Wasserdichte Sitzsäcke nach dem Verschütten von Flüssigkeiten sofort feucht abwischen, danach trocken tupfen (am besten mit einem weichen, fusselfreien Tuch wie Microfaser). Auch wenn die Flüssigkeit nicht ins Innere dringt: Bestandteile etwa des Getränkes können natürlich trotzdem unschöne Ränder hinterlassen, etwa Fruchtreste naturtrüber Säfte. Auch der Geruch eines verschütteten Bieres ist nicht besonders einladend. Unterschiedliche Substanzen sind selbstredend verschieden leicht oder schwierig zu entfernen. Das A und O ist also zunächst, den Sitzsack zu schützen und, ist ein Malheur passiert, sofort zu reagieren. Dickere Substanzen wie z.B. Pudding zusätzlich vorsichtig mit einem dickeren Papier abnehmen. Bei allen Fleckensorten gilt: nicht verreiben, sondern zunächst vorsichtig tupfen!

3. Wenden
Den Sitzsack häufig mal wenden! Schließlich liegt er meist direkt auf dem Boden, eine Seite könnte also den Schmutz des Bodens annehmen bzw. die Oberseite den Staub sammeln. Gott sei Dank ist die Bean Bag ja leicht: Also einfach des Öfteren aufschütteln, wie man es auch mit einer Bettdecke tut. Und danach ruhig mal auf Kante stellen, statt immer auf die Fläche zu legen: So stellt man sicher, dass alle Seiten des Sitzsackes gleichmäßig genutzt werden. Auch der Bereich, in dem der Sitzsack eingesetzt wird, sollte natürlich je nach Material regelmäßig gesaugt oder gewischt werden. Auch hier gilt: Kräftezehrendes Möbelrücken entfällt, der Smoothy ist ein Leichtgewicht der Wohnungseinrichtung.

4. Das Innenleben pflegen
Die Füllung erneuern: Ist ein Sitzsack nicht wasserdicht, so kann Flüssigkeit natürlich auch in die Füllung sickern. Die feinen EPS-Perlen sind zu kleinkörnig, um sie in Eigenregie zu reinigen. Günstiger kommt deshalb ein Ersetzen der Perlen. Natürlich kann man die Füllung auch ohne Verunreinigung hin und wieder „updaten“: Etwa indem man neuen Perlen nachfüllt, wenn man den Sitzsack künftig praller haben möchte, oder einige (durch den Reißverschluss) entfernt, wenn er weicher sein soll. Dafür den Sitzsack samt Innenleben am besten in einen großen Karton (oder in die Badewanne bei verschlossenem Stöpsel) stellen, öffnen und vorsichtig die kleinen Perlen mit einem geeigneten Gerät (etwa einer Schale) entnehmen. Umfüllen und dabei darauf achten, dass die kleinen Perlen schnell entwischen können! Kinder und Hunde sollten also nicht in der Nähe sein. Natürlich kann man auch direkt mit einem kleinen Karton diejenige Menge der Perlen aus dem Inlet herausschöpfen, um die man die Spannung des Sackes verringern möchten.

5. Vorsicht Sonne!
Jeder Stoff kann mit den Jahren ausbleichen, wenn er zu starker Sonne ausgesetzt ist. Also machen wir es wie Großmutter und behandeln unseren Sitzsack auch in puncto Sonneneinstrahlung vorsichtig. Sitzsäcke für außen hingegen sind meist robuster, auch in der Farbgebung. Und einen Sitzsack aus sanfter Baumwolle würde man schließlich sowieso nicht stundenlang auf die Wiese in die pralle Sonne legen.

6. Guter Duft
Ein schöner und sehr einfacher Trick, um den Sitzsack zu individualisieren, ist, ihn für einen besonderen Abend (oder auch nach dem Auslüften) zum Duften zu bringen! Dafür den Duftstoff (am besten einen trockenen) in einen komplett verschlossenen kleinen Sack füllen und im Inneren des Inlets verbergen. Wichtig ist, dass der Duftstoff (z.b. Lavendel) in einem sehr dichten Gewebe vernäht wird, so dass er nicht heraus bröseln kann, denn der Sitzsack wird ja „besessen“. Ebenso elementar: den Duftgeber danach zügig wieder zu entfernen, so dass Schimmel oder ähnliches keine Chance haben. Ein guter Duft (etwa der beruhigende Lavendel) verbleibt ohnehin länger im Gewebe und vertreibt (im Falle von Lavendel) sogar Motten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Sitzsack frisch riecht, ohne dass man seinen Bezug mit Ölen oder Parfümen beträufeln und damit verunreinigen müsste. Zum guten Duft gehört natürlich auch das regelmäßige Auslüften das Sackes. Dabei jedoch auf die schon beschriebene Sonneneinstrahlung achten – und an einem neblig-feuchten Tag gehört der Smoothy natürlich auch nicht auf’s Fensterbrett.

7. Schutz vor Kinderhänden und Hundepfoten
Kleine Kinder sollte man nicht mit Sitzsäcken alleine lassen: Hat der Sitzsack einen Reißverschluss, so haben kleine Kinderhände ihn schnell geöffnet und den lustig rollenden Inhalt entdeckt – der selbstredend nicht in den Mund gelangen sollte. Eine Regel für den Erhalt des Sitzsackes ist also: Drauf darf, wer sich auskennt und nicht mit schmutzigen Schuhen, matschigen Pfoten oder neugierigen Händen dem Sitzsack zu Leibe rückt. Also große Kinder und Erwachsene, Hunde nur ins Dogbed und kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt – aber das sollte ohnehin selbstverständlich sein.

8. Flecken differenziert behandeln
Ein kleiner Exkurs zum Thema Fleck: Jeden Fleck sollte man richtig behandeln! Wer schon einmal versucht hat, einen Blutfleck oder Rotweinfleck zu entfernen, hat bereits einen kleinen Einblick in die Welt der verschiedensten Fleck-Problematiken gewonnen. Blut etwa soll mit kaltem Wasser behandelt werden (Eiweiß!), auf Rotwein soll man angeblich Salz streuen… anstatt eine unendlich lange Liste von Fleckenarten zu beschreiben, verweisen wir deshalb an dieser Stelle auf die sehr praktische Auflistung von http://www.frag-mutti.de/flecken.  Bei allen Reinigungsarten sollte jedoch beachtet werden, ob die Farbe durch den Vorgang ausbleichen kann. Ist der Bezug gar nicht mehr zu retten, so bleibt immer noch die Möglichkeit, den Innensack samt Füllung weiter zu verwenden (so die Füllung nicht beschädigt wurde) und dem Sitzsack (und sich selbst) einen neuen Bezug zu gönnen. Vielleicht ja sogar mit einem neuen Muster?

9. Flecken verbergen
Nicht mehr entfernbare Flecken müssen aber nicht zwangsweise zu einem Entsorgen der Hülle führen. Kreative und handwerklich begabte Menschen, die an ihrem Sitzsack hängen, machen es nicht anders als mit einem Lieblingspulli: Ein formschöner, aufnähbarer Flicken (aus schönem Stoff selbst zuschneiden) oder aufbügelbare Elemente machen aus einem fleckigen Sitzsack ein schönes Upcycling-Projekt. Und zum „Runterräubern“ für Gartenhaus, VW-Bus oder Kinderzimmer erfüllt er noch allemal einen guten Zweck.

10. Sei lieb zu deinem Sitzsack!
Einige Materialien reagieren dankbar mit frischem Look auf pflegende Bürstenstriche: Etwa Samt oder Kunstfell lassen sich mit einigen Strichen optisch verjüngen (Samt bekommt, gegen den Strich gebürstet, eine dunklere Farbschattierung). Zugleich entfernt man dabei Staub. Weil sich Stoffe, die einen sogenannten Flor haben, bei längerem Plattsitzen auch gerne anlegen, gehört ein regelmäßiges Darüberstreichen zur Standardpflege, damit keine glänzenden Stellen entstehen. Geeignet sind z.B. Kinderbürsten mit weichen Borsten (da sie keine hässlichen Streifen hinterlassen). Und wer seinem Samt-Sitzsack schon einmal über die weiche Oberfläche gestreichelt hat, weiß: Die Pflege lohnt sich.

Was ist eigentlich…Baumwolle, Flokati, Kunstleder?

03. November 2014

Womit wird eigentlich ein Sitzsack bezogen? Jeder kennt z.B. Baumwolle, sie ist ein angenehmes, natürliches Material für eine Sitzsackhülle, das viele schätzen. Aber natürlich hüllen sich Sitzsäcke auch in andere Gewänder, und diese bringen verschiedene Eigenschaften mit.

Je nach Beanspruchung und Einsatzgebiet variiert die Wahl des Materials für den Oberbezug: Hier unterscheidet sich die Bean Bag-Herstellung nicht viel von der Bekleidungsbranche. Denn auch dort sind Aspekte wie Hautfreundlichkeit, Gewicht, Pflegeverhalten oder etwa Dichtigkeit gegen Wasser Kriterien, die sich am “Einsatzgebiet” des jeweiligen Produktes orientieren. Doch nicht nur für Hersteller wie uns, auch für den Kunden ist wichtig, woraus sein Sitzsack besteht. Und weil sich der Sitzsack-Kauf schließlich nicht nur am Stoffmuster oder an der Größe des Modelles entscheidet, werfen wir heute einen Blick auf die verschiedenen Bezüge. Und wir beginnen mit der …

Baumwolle:

Sie heißt so, weil sie an einem baumähnlichen Strauch wächst – im Kontrast zur Schafwolle, die tierischen Ursprunges ist. Die Baumwollfaser wird aus den Samenhaaren eines kultivierten Malvengewächses gewonnen. Gerade als Alternative zur Schafwolle bringt die Baumwolle einige hervorragende Eigenschaften mit, denn sie kann auch von Wollallergikern genutzt werden. Baumwolle ist saugfähig und hautfreundlich, da sie nicht kratzt. Ihre Hautverträglichkeit drückt sich auch darin aus, dass verschiedene Anteile der Baumwollpflanze auch in der Kosmetik verwendet werden. Je nach Verarbeitung kann sie mehr oder weniger dehnfähig sein. Baumwolle kann auch bei höheren Temperaturen gewaschen werden. Man belässt sie häufig in ihrer Ursprungsfarbe (ein dunkles Weiß oder Beige) oder färbt sie gern in gedeckten Farben, um ihren natürlichen Ursprung auch in der Optik beizubehalten. Wir schätzen die Baumwolle so sehr, dass wir ihr eine eigene Smoothy-Reihe gewidmet haben: den Cotton Smoothy. Er ist der angenehm schlichte Klassiker, der jedoch auch wilde Farben verträgt – denn dank seines Materials ist er auch in Amethyst-Lila oder Amazonas-Grün stets zeitlos.

Spannend: Aus einer Pflanze ...

... wird ein beliebig buntes Garn - Baumwolle!

 

Samt:

Dieser Name steht für eine besondere Webart, die sich auf der Oberfläche durch einen weichen Flor auszeichnet. Beim Weben wird der Schuss- oder Kettfaden auf der Oberfläche in Schlaufen gelegt, diese werden am Ende aufgeschnitten: Es entsteht die samtige Oberfläche. Zur Verdeutlichung: Frottee etwa hat ebenfalls feine Schlingen, diese wurden aber nicht aufgeschnitten. Samt hat einen kürzeren Flor als beispielsweise Plüsch, er ist sozusagen kurzhaarig. Samt zeigt sich farblich leicht unterschiedlich, je nachdem, ob man mit der Hand mit oder gegen den Strich darüber streicht. Trägt man etwas Samtenes oder sitzt man auf einem Samtkissen, so streicht man häufig unwillkürlich über die Oberfläche um diesen Effekt zu wiederholen. Früher stellte man Samt aus Seide her, heute häufig auch aus Baumwolle und Polyester. Die Bezeichnung „Samt“ steht demnach nicht für das Material sondern für die Art der Verarbeitung. Sitzsäcke, die mit Samt bezogen sind, sind besonders kuschlig. Man kann Samt übrigens bei unkomplizierten Flecken einfach abbürsten. Samt aus Polyester ist außerdem in der Maschine waschbar.

Samt: Das perfekte Obermaterial für eine kuschlige Bean Bag

Flokati:

Dieses Material wird ebenfalls gewebt (etwa aus Baumwolle oder künstlichen Fasern) und mit langen Schussfäden versehen, die später die wuschelige Fell-Optik erzielen. Auch hier werden die Schlingen wie bei der Samtherstellung am Ende aufgeschnitten. Aber erst durch Verfilzung und Schrumpfung entsteht der endgültige Flokati-Look in der Produktion. Ohne diesen Vorgang wäre der Flokati ein dünnes, durchlässiges Schlingen-Tuch. Flokati kennt man besonders als Teppich aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Klassische Flokati-Teppiche wurden zunächst in Griechenland hergestellt. Aber das Material beschränkt sich längst nicht mehr ausschließlich auf Teppiche. Da Flokati auch aus Polyester gewoben werden kann, ist er in beliebigen Farben färbbar. Das macht ihn besonders als modischen Sitzsack-Bezug interessant, denn er ist in flippigen Varianten herstellbar und daher sowohl sehr weich (man möchte immer mit der Hand darüber streichen) als auch optisch auffällig und wandelbar.

Kann aus verschiedenen Materialien hergestellt werden: Web-Flokati

Nylon:

Dieses Material ist eine Kunstfaser, die in verschiedenen Dichtevarianten gewonnen werden kann. Polyamid-Nylon war die erste vollständig synthetisch hergestellte Faser. Synthetisch bedeutet immer auch, dass der Erschaffer die Eigenschaften des Materials maßgeblich mit beeinflussen kann (im Gegensatz etwa zu Naturmaterialien wie Wolle). Dies wird an der Bandbreite der Nylon-Produkte sichtbar: Jeder kennt Nylonstrümpfe als sehr zarte, durchscheinende Variante des Materials. Aber Nylon kann ebenso als strapazierfähiger, dichter Sitzsack-Bezug daher kommen. Entsprechend wird er auch unterschiedlich veredelt. Als Metallic-Sitzsack bietet Nylon beispielsweise zugleich einen discotauglichen Look sowie eine kühle aber dennoch bequeme und weiche Sitzoberfläche. Nylon kann unkompliziert gereinigt und in verschiedensten Farbtönen gefärbt werden. Es hat außerdem wasserabweisende Eigenschaften, weshalb wir speziell High Tec-Nylon etwa für unsere Outdoor-Modelle, aber auch für Kindersitzsäcke in Neon einsetzen (denn Kinder verschütten gerne etwas). Wasserabweisend bedeutet in dem Fall auch: Ein frischer Fleck, etwa von Saft oder Kaffee, kann einfach mit einem nassen Lappen abgewischt werden.

Zeigt eine fein glänzende Oberfläche: Nylon

Polyester:

Nicht nur Nylon lässt sich Metallic einfärben, auch die sehr bekannte Kunstfaser Polyester bringt diese Eigenschaft mit. Polyester an sich steht noch nicht für ein Gewebe, sondern es ist ein Kunststoff: Dieser kann aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit als Kunstfaser die verschiedensten Formen annehmen. So kennen wir Polyester als beliebten Bekleidungs-Grundstoff, aber eben genauso als Metallic-Sitzsack, als Grundstoff für Samt oder Flokati. Der Verwandlungskünstler Polyester kann je nach Verarbeitung sogar zum kurz- oder langhaarigen Kunstfell avancieren und stellt damit eine ethisch vertretbare Alternative zu Fell dar. All unsere Safari-Sitzsäcke im Kunstfell-Look sind daher aus einer Polyester-Viskose-Mischung hergestellt, die sich als Samt präsentiert – man sieht, wie extrem wandelbar das Material ist. Polyester ist unkompliziert zu reinigen und wird deshalb gerne zur Faser oder auch Microfaser für Bekleidung und Homewear verarbeitet.

Unglaublich wandlungsfähig: Polyester, hier als samtiges Kunstfell

Viscose:

Setzen wir bei Sitzsack-bezügen nicht als ausschließliche, sondern nur als beigemischte Faser ein. Viscose wird aus nachwachsenden Rohstoffen mit einem chemischen Verfahren hergestellt. Sie ist also natürlichen Ursprunges und künstlicher Verarbeitung, dies wird deutlich in der Bezeichnung Celluloseregeneratfaser. Das Adjektiv viskos stet für die Zähflüssigkeit oder eben Dehnbarkeit eines Gewebes. Chemisch ist die Viscose aufrgund ihres natürlichen Ursprunges der Baumwolle ähnlich. Durch die Bearbeitung kann Viscose aber in größerer Eigenschaften-Varianz hergestellt und verwendet werden. Viscose ist saugfähig, kann gesponnen, aber auch zur Beflockung verwendet werden. Viscose ist angenehm auf der Haut und hat gute Gleiteigenschaften (wird etwa für Unterbekleidung verwendet). Sie irritiert die Haut selten und benötigt bei der Produktion weniger Wasser als etwa Baumwolle. Aufgrund dieser Eigenschaften verarbeiten wir gerne Mischgewebe, die durch einen Anteil Viscose veredelt werden.

Ist leicht zu bearbeiten, tierfreundlich und nimmt die gewünschte Farbe an: Kunstleder mit Lederprägung

Kunstleder

Dieses Material findet z.B. Anwendung als Dogbed. Wie auch beim Kunstfell setzen wir hier selbstverständlich auf künstlich hergestellte Materialien statt echten Leders oder Fells. Kunstleder ist ein Verbund aus verschiedenen Kunststoffen wie PVC, Polyester, Viscose und Polyurethan. Polyurethan etwa ist ein typischer Kunstleder-Rohstoff. Aber auch Naturfasern wie Baumwolle können in die Herstellung integriert werden. PVC-basiertes Kunstleder ist äußerst robust (wichtig für Hundebetten oder etwa Taschen), Polyurethan lässt sich im Gegensatz zu echtem Leder feucht reinigen ohne hart zu werden (ebenfalls wichtig aus hygienischen Aspekten). Es kann leichter geschnitten werden als Echtleder und daher vielfältig eingesetzt und vernäht werden. Anders als bei echtem Leder kann man seine Farbe (aber auch seine Oberflächenstruktur) in der Produktion leicht festlegen. So kommt es optisch echtem Leder sehr nahe, ohne die aufwendigen Verarbeitungs- und Pflegedirektiven von echtem Leder beachten zu müssen. Für Kunstleder müssen Tiere weder geschlachtet noch gehalten werden (ein Problem der Rinderhaltung ist etwa die Menge des klimaschädlichen Methans). Obwohl künstlich, ist Kunstleder daher aus ökologischen Gesichtspunkten sinnvoller.

Was kommt in den Sitzsack?

23. Oktober 2014

Sitzsäcke können mit den verschiedensten Materialien gefüllt sein. Aber nur wenige eignen sich dafür, und so haben sich in der Geschichte des Kissens und schließlich des Sitzsackes nur wenige Möglichkeiten als praktikabel erwiesen.

Ursprünglich wurden sie natürlich mit dem namentlich nahe liegenden gefüllt: Die Bean Bag beinhaltete Bohnen als Füllung. Zunächst nur zur Aufbewahrung, darauf sitzen wollte keiner (und vermutlich hätten die Bohnen danach auch nicht mehr geschmeckt). In den kleinen Säcken wurden aber auch andere Materialien aufbewahrt, wie etwa Reis. Die Bean Bag diente also der Vorratshaltung. Zunächst kannte man sie vor allem auch als kleine Jonglierbällchen (für Fuß oder Hand). Aber auch Fotografen dienen die mit Hülsenfrüchten gefüllten Säckchen heute beipielsweise als Ersatz-Stativ, denn sie passen sich stets an die Form des Gegenstandes an, der auf ihnen platziert wird. Zum tatsächlichen Sitzsack avancierte die kleine praktische Bean Bag zumindest namentlich dann erst jüngst in den letzten Jahrzehnten.

Hier hat die klassische "Bean Bag" ihren Namen her: Bohnen als Füllung

Hier hat die klassische "Bean Bag" ihren Namen her: Bohnen als Füllung

Wir bei Smoothy setzen übrigens nicht ohne Grund auf die erprobten EPS-Perlen, und warum, das erläutern wir euch in folgendem Vergleich von Sitzkissen-Füllungen.

 

Schaumpolystyrol-Kügelchen, auch bekannt als EPS-Perlen:
EPS steht für „Expandierter Polystyrol-Hartschaum“. Die Perlen aus diesem Material zeichnen sich durch ihre Formstabilität aus. Sollte aber der Austausch/die Ergänzung nötig sein, so ist sie leicht zu bewerkstelligen. Sie geben dem Körper, der auf ihnen Platz nimmt, nach. Da sie aber formstabil sind, werden sie nicht einfach zusammengepresst (wie etwa Daunen) sondern weichen in einen anderen Teil des Kissens aus. Dort sorgen sie dann für sehr stabilen Halt (z.B. an den Seiten oder am Rücken). Sie verteilen sich also nur um, behalten aber ihre Form und ihr Volumen. Deshalb sind EPS-gefüllte Sitzsäcke zugleich so nachgiebig und unterstützend (bieten also eine optimale Verteilung des Druckes). Leichte Reinigung ist möglich, da sich die Perlen in einem separaten Innensack befinden und dieser vor dem Waschen der Hülle/des Bezuges einfach entnommen werden kann. Sehr guter Transport von Wärme und Feuchtigkeit sorgt für ein ausgewogenes Sitzklima. Die Virgin-Qualität der Perlen bewirkt eine hohe Dichte, nach DIN-Norm 4102/B1 sind sie außerdem schwer entflammbar. EPS-Perlen werden auch häufig in therapeutischen Kissen eingesetzt, etwa auch in Still- und Lagerungskissen. Da keine tierische oder pflanzliche Herkunft gegeben ist, besteht kein Allergierisiko.

 

In verschiedenen Volumina nachkaufbar: EPS-Perlen als Füllmaterial

Schaumstoff-Flocken:
Sind selbstredend sehr weich, geben aber immer unter Druck nach. Das heißt zwar, dass das Kissen sich bei der Erstbenutzung anpasst, aber nicht in seine Ursprungsform zurückkehrt. Hier verhält es sich ähnlich wie Daunen. Auch diese müssen immer wieder aktiv aufgeschüttelt, gelüftet und durch die Kissenhülle in Form gezupft werden. Das gilt auch für die Reinigung: Kissen mit Schaumstofffüllung sind meist fest vernäht, müssen also als ganzes in die Waschmaschine und beim nachherigen Trocknen in Form gezupft werden. Möchte man das Kissen beispielsweise als Nacken- oder Rückenstütze nutzen, so muss man es ebenfalls in Form bringen oder mehrere Kissen stapeln. Schaumstoff-Flocken sind eine beliebte Füllung, wenn es darum geht, selbst zu Hause etwas zu nähen (etwa Kuscheltiere oder Sofakissen) und eine kostengünstige, waschbare Füllung zu verwenden. Für Bean Bags wie die von Smoothy sind sie ungeeignet. Man benötigt eine größere Menge Schaumstoff, um die wärmende Wirkung von etwa Daunen zu erzeugen.

 

Naturprodukt: Daunen sind weich, aber ungeeignet für Sitzsäcke

Federn/Daunen:
Haben im Prinzip ähnliche Eigenschaften wie Schaumstoffflocken (man kann sie reinigen, sie verteilen sich bauschig), Federn sind noch weniger voluminös, dafür aber schwerer. Daunen sind die unteren, weichen Federn. In den meisten Kissen findet man jedoch nicht nur die kurzstieligen weichen Daunen, sondern durchaus auch Federn mit langem Kiel. Wer schon einmal gestochen wurde, kann ein Lied davon singen. Der Nachteil der traditionellen Federkerne: Zur Reinigung darf hier nur der Fachmann ran, dafür werden Inlets oder Kissen aufgeschnitten, die Federn in einer speziellen Maschine verwirbelt und gereinigt und danach wieder eingefüllt und vernäht. Entsprechend kostenintensiv ist das Ganze. Federn können außerdem nach langer Anwendung brechen (sind schließlich als Naturprodukt auch dem Verfall unterworfen) und auch durch dicht gewebte Baumwollhüllen pieksen. Man kennt das von Daunenkopfkissen: Ab einem bestimmten Lebensalter des Kissens wandern die Federkiele (und mit ihnen die ganzen Daunen) stets durch die beiden Hüllen (Innenkissen und Bezug) und stechen. Der Vorteil von Daunen ist ihre hohe Wärmewirkung (man denke etwa auch an Daunenjacken). Aufgrund ihrer Eigenschaften sind Daunen für Bean Bags ungeeignet, für wärmende Decken im Winter werden sie hingegen gerne verwendet.

 

Wasser: Für Wasserbetten geeignet, für Sitzsäcke unpraktisch

Wasser:
Kennt man als (kostengünstig nachfüllbare) Füllung vom Wasserbett, ist aber als Innenleben für Sitzsäcke ungeeignet, da es bei hoher Beanspruchung trotzdem immer ein Restrisiko des Auslaufens gibt. Gerade bei Sitzsäcken geht es ja nicht um ruhiges Ausbalancieren wie im Bett, sondern sie werden beansprucht, umgekippt, in der Form verändert. Die italienischen Sitzsack-Erfinder experimentierten zu Beginn auch mit Wasser als Füllung. Ein mit Wasser gefüllter Sitzsack wäre zu schwer und daher nicht transportabel. Gerade Flexibilität ist aber ein markantes Kennzeichen von Sitzsäcken oder Bean Bags.

 

Naturmaterialien:
Die klassischen Hülsenfrüchte wie Bohnen verwendet man natürlich für große Sitzsäcke und Kissen nicht. Aufgrund ihres Gewichts, ihrer Härte und Verderblichkeit sind sie nur für kleine, dekorative (oder zum Spielen verwendete) Modelle geeignet.

Wie finde ich meinen idealen Sitzsack?

08. Oktober 2014

Einen Sitzsack kaufen – was soll daran so schwer sein? Nun, jeder, der sich mal in der heutigen Sitzsack-Landschaft umgesehen hat, wird bemerkt haben, dass eine Fülle an Varianten die Entscheidung scheinbar schier unmöglich macht. Und tatsächlich ist es wichtig, die eigene Wahl vor dem Kauf einigen wichtigen Fragen zu unterwerfen.

Ein Sitzsack ist heute nicht mehr bloßes praktisches Einrichtungsstück, sondern soll verschiedene Kriterien erfüllen. Man kann es ein wenig mit dem Kauf eines (im wahrsten Sinn des Wortes) gut sitzenden Kleidungsstück vergleichen: Sieht es gut aus, trägt sich aber unangenehm, so werde ich nur kurz Freude daran haben. Besteht es aus einem edlen Stoff, der sich aber schlecht reinigen lässt, währt die Lebensdauer ebenfalls kurz. Neben Aussehen und Pflegeverhalten spielt natürlich auch eine Rolle, was ich mit dem Kleidungsstück vorhabe: Eine weiche Jacke, die keine Nässe abweist, ist für den Regen nicht geeignet. In dieser Art und Weise kann man eigentlich alle Kriterien direkt von der Lieblingskleidung auf den Kauf eines Sitzsackes übertragen. Unsere nachfolgende Checkliste soll euch dabei helfen, die wichtigsten Fragen vor dem Kauf eines Sitzsackes zu beantworten. Einige der Aspekte beim Sitzsack-Kauf hängen natürlich miteinander zusammen.

Wo wird der Sitzsack eingesetzt?
Sicher, der Gag an einem Sitzsack ist ja gerade, dass er flexibel ist, also von Raum zu Raum wandern kann. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, ob er z.B. draußen verwendet werden soll, denn dann ist Wasserdichtheit ein Muss. Auch ein feuchter Rasen reicht schon aus, um einen nicht dichten Sitzsack zu beschädigen. Soll der Sitzsack von den Kindern genutzt werden, so muss er robust und vor allem waschbar sein. Das selbe gilt für Sitzsäcke im Essbereich, denn wie schnell wandert ein Klecks Soße oder ein verschüttetes Getränk auf die Oberfläche des Sackes. Und damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt:

Pflegeleicht
Der ideale Sitzsack lässt sich zum Einen leicht reinigen und zum Anderen dafür idealerweise abziehen. Warum? Selbstredend ist ein Sitzsack zu groß für die Waschmaschine, eine abziehbare Hülle ist also ein Muss. Ist diese bei 30 bis 40 Grad waschbar, so kann man auch hartnäckigen Flecken mit einem entsprechenden Fleckenlöser oder einem antibakteriellen Waschzusatz zu Leibe rücken – auch ohne 90 Grad Waschtemperatur. Sitzsäcke für outdoor sollten einen Bezug mitbringen, von dem Flüssigkeiten leicht abperlen oder aber mit einem feuchten Tuch entfernbar sind. Natürlich bedeutet abziehbar außerdem, dass das Innenleben des Sitzsackes (also meist die EPS-Perlen) in einem separaten Sack verstaut sind und deshalb nicht beim Öffnen die Wohnung fluten können.

Sitzsack öffnen und Hülle abstreifen

Ein abziehbarer Sitzsack erleichtert die Reinigung

Die Größe
Logisch: Je größer der Sitzsack, umso zahlreicher die Gäste. Wir empfehlen, bei der Nutzung durch mehrere Personen stets die größtmögliche Variante zu wählen, Warum? Erfahrungsgemäß wird es schnell eng auf einem Sitzsack, denn jeder möchte ihn be-sitzen. Und man selbst will sich gerne darauf ausstrecken. Gern wird eine große Bean Bag auch als Gästebett verwendet. Kinder hingegen freuen sich über einen Sitzsack in ihrem Format. Nur ein Parameter begrenzt die mögliche Größe eines Sitzsackes: die eigenen vier Wände! Dein Sitzsack sollte natürlich nicht größer als dein Wohnzimmer sein (eventuell schwierig in Japan!), und wer mit der Bean Bag auf Reisen (z.B. Campen) geht, möchte natürlich ein kleineres Format transportieren.

Die Form
Wie, sind Bean Bags nicht stets tropfenförmig? Das war gestern! Bean Bags gibt’s heute von sackförmig über flach und rund bis hin zu rechteckig und sogar möbelartig. Genannt seien hier keilförmige Kissen, die den Rücken und Nacken beim Lesen stützen, Sitzsäcke mit Lehne für die Bequemen, zusammenfalt- und aufklappbare Bean Bags in Sofaform oder Sitzsäcke in Körbchenform für Hunde. Auch hier gilt natürlich: Erlaubt ist, was dir gefällt! Wenn dir eine immer gleich geformte Rückenstütze wichtig ist, dann wähle ein Modell mit integriertem Rücken- oder Seitenteil. Lässt du dich gerne in deinen Sitzsack fallen um seine Form mit deinem Körper zu definieren (denn er passt sich dir an), dann entscheide dich für ein Modell mit schlichter Form. Welche auch immer du wählst: Wir empfehlen die EPS-Perlen als Füllung, weil sie einfach das echte Bean Bag-Feeling ausmachen. Sie fließen in Form und passen sich dadurch an. Und du kannst sie ergänzen oder reduzieren. Auch so beeinflusst du also die Form deiner Bean Bag.

Geschmackssache: Darf es dezent oder wild gemustert sein?

 

Der Bezug
Hier geht es nun um deinen ganz persönlichen Geschmack – und natürlich die Umgebung, in der der Sitzsack eingesetzt. Ist deine Wohnung bereits dominant farblich gestaltet, solltest du die Bean Bag in einer verwandten Farbfamilie wählen. Mit gemusterten Modellen setzt du modische Akzente, mit zeitlos zurückhaltenden Farben wie Creme hast du lange Freude an einem neutralen Modell. Nicht unerheblich ist auch das Material: Wenn du dich biologisch ernährst und auf deine Haut achtest, ist dir vielleicht ein Bezug aus reiner Baumwolle wichtig. Vielleicht legst du als Kuschelfan Wert auf eine samtige Oberfläche. Diven sehen sich gerne auf verwegenem Leomuster oder plüschigem Flokati. Und Kinder schließlich stehen oft auf grelle oder glänzende Farben. Falls du dich nicht für immer festlegen kannst (was wir ohnehin nicht empfehlen), ist es sinnvoll, einen Hersteller zu wählen, der alle Elemente austauschbar als Ergänzung anbietet. Sprich: neues Innenleben, anderer Bezug, mehr Füllmaterial. So wirst du zum individuellen Createur deiner flexiblen Wohnwelt. Und darum geht es ja bei der Entscheidung für die passende Bean Bag.

Mindfulness – und was das mit Sitzen zu tun hat

22. September 2014

Wir betonen häufig, wie wichtig es ist, sich eine Auszeit zu gönnen. Das diese Auszeit bloß in Form eines „Power-Naps“ oder eines schnellen Mittag-Walks keinen großen Sinn macht, hat sich inzwischen auch herumgesprochen. Gerne integrieren wir nämlich das Entspannen mit dem bloßen Zweck, danach umso leistungsfähiger zu sein und zu funktionieren – und praktizieren es nicht als Lebenshaltung. Da ist es meist vorprogrammiert, dass das mit dem Entspannen schief geht.

Ein Begriff ist in aller Munde: Mindfulness. Übersetzt bedeutet es so viel wie Achtsamkeit, ist aber viel mehr, als nur, in sich hinein zu hören. Unter Achtsamkeit verstehen wir heute, dass wir uns bewusst für das entscheiden, das uns gut tut. Das kann beim einen die Stunde Nichtstun sein, beim anderen genau das Gegenteil, etwa Bergwandern oder 20 km Radfahren. Entspannung ist möglich im Sitzen, Stehen oder Liegen, im Gehen oder Verharren. Mindful sind wir, wenn wir wissen, was wir wollen und dafür auch einstehen. Viele assoziieren damit Konsumverzicht oder aber eben ganz bewussten Konsum ausgewählter Produkte, ob das nun Bioessen, ein nachhaltiges Auto oder die Anschaffung eines hochwertigen Instruments ist. Ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit ist für viele Leute, ihr Leben mit anderen zu teilen: Auch Communitys können also Mindfulness praktizieren, etwa wenn sie einander mit aussagekräftigen Instagram-Snapshots am Leben teilhaben lassen und Gleichgesinnte in ähnlichen Bildern finden. Die Schnappschüsse zeichnen sich durch ihren stimmungsvollen Look aus – und versetzen uns als Betrachter gerade aufgrund ihrer Ästhetik in eine entspannte Stimmung,

Meditation

Geht draußen oder drinnen: sich in's Hier und Jetzt versetzen

Für uns bedeutet Mindfulness natürlich speziell, dass wir unser Umfeld so gestalten, dass es nicht nur praktisch, sondern auch einladend und schön ist. Dass es vielleicht keine Ecken und Kanten hat, sich uns anpasst. Ein Aspekt bei Mindfulness ist, dass man nicht unnötig wertend ist: So kann ein schönes Zuhause etwa für jeden etwas anderes sein, jenseits von Trends, romantisch vollgestopft oder eben ganz schlicht und leer. Buddhisten praktizieren Mindfulness, wenn sie meditieren, und so kann ein Raum, in dem nichts von der Entspannung im Hier und Jetzt ablenkt, hilfreich sein, wenn man seinen Kopf leeren möchte. Oft wird dafür bewusst ein harter Untergrund gewählt, um es eben nicht zu gemütlich zu haben oder einzuschlafen.

Wir bevorzugen das Gegenteil: Warum nicht einschlafen, wenn man gerade schön tiefen-entspannt ist? Ein Moment, in dem man einfach so wegdämmern kann, ist für die meisten ein rares, wertvolles Gut und bedeutet zudem, dass man in diesem Moment keinen dringenden Termin, keinen Plan, keinen drängelnden Chef hinter sich hat. Wie wunderbar! Ein Aspekt der Mindfulness ist übrigens die Rücksichtnahme gegenüber anderen. Das bedeutet, auch dem Mitbewohner seinen wohlverdienten Schlaf zu gönnen, egal ob im Bett, auf dem Sofa oder auf dem Sitzkissen.

Warum Gedanken über Achtsamkeit auf einem Blog zu Bean Bags? Der Zusammenhang erschließt sich vielleicht nicht gleich: Wir beobachten oft, dass entspanntes Sitzen in Zusammenhang mit erhöhter Produktivität gebracht wird: Wer effizienter ausruht, arbeitet effizienter. Das ist sicher richtig und auch etwas, das wir Tag für Tag merken, wenn wir es uns beim Arbeiten bequem machen. Dennoch haben wir fast verlernt, es uns einfach mal gemütlich zu machen – nur um des Ausruhens willen! Natürlich könnte man auch hier wieder eine Reihe von Studien anführen: Warum wirkt Ruhe beruhigend, welchen Einfluss hat die Natur, in welcher Position fährt der Puls am besten herunter. Oder einen von tausenden Achtsamkeitskursen besuchen, die zur Zeit so in Mode sind. Wir sparen uns das an dieser Stelle, weil wir merken und darauf vertrauen, dass jeder selbst in der Lage ist, zu erkennen, wann der Akku leer ist. Und da kommt nun unser Sitzkissen in’s Spiel. Oder auch nicht. Wie du eben magst!

Ein Sommer im Garten

08. August 2014

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Und mit Liegen meinen wir in diesem Fall wirklich wortwörtlich Liegen: Denn wo liegt es sich besser, als auf der eigenen Couch aka Sessel aka Sitzsack im eigenen Garten unter dem blühenden Baum?

Sicher, Reiselustige winken bei dieser Vision wahrscheinlich müde ab, aber wir haben diesen Sommer den Urlaub auf Balkonien respektive Gartenland wieder entdeckt! Und auch die immer wieder in Erscheinung tretenden Regengüsse tun unserem “Daheim-Reisefieber” keinen Abbruch, denn erstens sind unsere Sitzgelegenheiten ja wasserfest, und zweitens sind wir ruckzuck drin im gemütlichem Zuhause, falls das nächste Sommergewitter sich anbahnt. Natürlich macht ein Urlaub mit Freunden doppelt Spaß, und das gilt auch für daheim.

Könnte die beste Aussicht des Sommers werden: der eigene Garten

Was also kann man zuhause machen, das man schon lang einmal vorhatte, und für das man sich nie Zeit nimmt?
Man spart Zeit, denn das Packen enfällt! Und diese Zeit nutzt man dann für …

1. Endlich alle Zeitschriften im Garten lesen, die man schon lang neben dem Bett stapelt.

2. Unter freiem Sternenhimmel übernachten mit der geliebten Daunendecke über der Nase und komfortablem Bad gleich um die Ecke.

3. Die reifen Himbeeren wachsen nur eine Handbreit entfernt und können direkt in feine Beeren-Pancakes oder Eis mit heißen Himbeeren verwandelt werden.

4. Alle robusten Möbel rausstellen und Open Air Wohnzimmer spielen – inkl. der Pflanzen, die sich über ein bisschen Sonne freuen!

5. Passend zum Smoothy, auf dem man sitzt, einen der aktuellen leckeren grünen Smoothies zum Trinken mixen. Ist gesund und erfrischt – tolle Rezepte gibt es z.B. hier!

6. Ein Reisesouvenir aus dem eigenen Garten oder Hof basteln, etwa Blumenkränze, Postkarten schreiben oder ein Stück altes Holz in einen Kerzenhalter verwandeln.

7. Viele Leute einladen! Weil man Geburtstag hat, weil man nicht Geburtstag hat, weil ein schöner Augusttag ist oder weil man Lust auf Barbecue hat, weil man gemeinsam Meteoritenschauer (Sternschnuppen) beobachten will …

Mit dem Smoothy an's Meer träumen

Fühlt sich fast an wie am Meer: Auf dem Floralia im eigenen Garten wegträumen

Wir wären nicht so Smoothy-verrückt, wenn wir nicht auch noch ein paar Vorteile unserer famosen Sitzkissen für das draußen Sitzen parat hätten: Die Outdoor-Smoothys sind wasserfest, und das gilt nicht nur für Regentropfen, sondern auch, falls mal was vom Getränk auf den Sitzsack verschüttet wurde. Wenn doch mal zu viel daneben geht (und die Farbe des Getränks so gar nicht mit dem Style des Sitzsackes harmoniert), kann man ihn abziehen und waschen. Das ist besonders wichtig, weil man ja nie genau weiß, wer alles auf der Gartenparty auftaucht oder wer seine fünf Kinder mitbringt, die so gern Schokoeis essen … Außerdem sind die Sitzsäcke leicht und beweglich und wandern so schnell unter Baum oder Schirm in den Schatten. Denn mal ehrlich, wer will im Laufe eines Tages ständig den Sonnenschirm verrücken? Eine der unschlagbarsten und beliebtesten Kombis ist in der Redaktion übrigens derzeit der knallgelbe Outdoor Supreme (der mit Hilfe seiner Schlaufen nämlich ruckzuck eine Lehne hat) in Kombination mit einem tiefblauen Planschbecken für die Füße. Egal ob im Hof oder auf dem grünen Rasen: Dem sommerlichen Farbwahnsinn kann sich keiner entziehen, und wer bei einem derart ansteckenden Farbton noch schlechte Laune hat, ist selbst schuld. Tropfnasse Füße jucken den Sitzsack nicht die Bohne und sind für uns eine super Abkühlung.

Übrigens ist es ein Gerücht, dass die Farbe des Bikinis immer zum Smoothy passen muss … unsere Strandhandtücher passen ja auch nicht zur Badeshort. Das nur am Rande, falls jemand einen scheinheiligen Grund gesucht hat, sich vor einer sommerlichen Gartenparty zu drücken. Und wenn jemand Lust auf Sternschnuppen gucken hat: Hier kann man Sternschnuppentermine für 2014 nachlesen. Wir wünschen frohes Wünschen!

 

Welche Sprache spricht der Sitzsack?

10. Juli 2014

Den Sitzsack kennen wir inzwischen als prominenten Kosmopoliten, und wenn man nach dem Namen geht, so ist er gleichermaßen in verschiedenen Ländern zuhause: Denn er wurde in Italien erfunden, seine bekannteste Bezeichnung aber ist englisch.

Wer den letzten Artikel aufmerksam gelesen hat, weiß bereits, dass der erste industriell gefertigte Sitzsack italienische Eltern hat, genauer drei Väter: Pieor Gatti, Franco Teodore und Cesare Paolini. Entsprechend ihrem Modellnamen kennt man den Sitzsack in Italien schlicht als Sacco. Genauer würde man wohl “sacco per sedersi” zu ihm sagen, also Sack zum Sitzen. Der erste Sacco ist inzwischen ein Design-Klassiker. Aber auch Amerika ist ein Sitzsack-Mekka, hier kennt man das ungewähnliche Sitzmöbel als Bean Bag. Dieser Begriff wiederum kommt eigentlich von den kleinen Verwandten des Sitzsackes, nämlich den Bean Bags, in die Bohnen (und auch Getreide) zum trockenen Aufbewahren eingenäht wurden. Ebenfalls als Bean Bag oder Footbag sind hingegen die kleinen stoffenen, ledernen und gehäkelten Jonglierbälle bekannt, mit denen man auf dem Fuß balanciert. Man sieht also: Erstens ist es gar nicht so einfach, immer vom Namen direkt auf die eindeutige (und einzige) Funktion zu schließen, und zweitens erzählt der Name einer Sache auch immer etwas über ihre Geschichte. Beim Fatboy handelt es sich übrigens auch um einen Markennamen (und keine Typbezeichnung). Das Beste an diesem Sitzsack ist übrigens, da sind sich meine weiblichen Kolleginnen einig, dass er nicht Fat Girl heißt.

Südliche Sitzsäcke
Natürlich kennt man Sitzsäcke auch in Südeuropa, und so treffen wir, wenn wir beispielsweise die Costa Brava bis zur Costa Blanca hinunterfahren, den “Puff” unter unserem Po. Näher konkretisiert handelt es sich (mit einem f weniger) manchmal auch um den “Puf tipo pera”: Also den Pouf vom Typ bzw der Form einer Birne. Hier fällt wieder die Verwandschaft zum italienischen Ursitzsack, dem Sacco, in Birnenform in’s Auge. Auch wenn sich Italiener und Spanier in manch anderem uneins sind: Der Birnenform bleibt man wohl zumindest verbal in den Ländern der Trauben treu. Das französische “Pouf” im Namen führt uns dann sogleich weiter nördlich nach Frankreich. Die Franzosen haben ja quasi den runden Pouf, das Sitzkissen erfunden. Jedenfalls kennt man ihren Namen für das Möbelstück überall. Während unsere Großväter auf einem harten ledernen Pouf nur ihre Füße abzulegen pflegten, sitzt es sich auf dem modernen “Pouf poire” wunderbar weich: Denn auch bei ihm handelt es sich bei Übersetzung um das Sitzkissen in Birnenform – Poire bedeutet Birne. Eine andere Bezeichnung ist der “Fauteuil poire”. Das Fauteuil im Namen verweist uns auf einen nicht unwesentliche Eigenschaft des Sitzsackes, denn der Fauteuil ist der Lehnsessel.

Und im Norden?
Lustig wird es noch weiter oben im Norden. Hier ruft man den Sitzsack in Dänemark “sækkestol” und in Holland, jawohl, “Zitzak”. Das kann man nun astrein nur mit Sitzsack übersetzen, und es ist keinerlei Obst oder gar Bohnen im Spiel, wie wir es bei den Südländern kennen. Was können wir zusammenfassend sagen? Egal wie der Sitzsack oder Knautschsack genannt wird, auf allen lässt es sich, egal ob bei Sonnenschein oder Schnee, in allen Ländern hervorragend sitzeln, räkeln und natürlich auch essen. Saftiges Obst empfehlen wir jedoch nur auf abwaschbaren Exemplaren unseres Lieblingsmöbels, wo auch dem Verzehr eines Bohneneintopf nicht’s im Wege steht. Und wer danach noch ein bisschen Hacky Sack mit seinem Namenvetter, dem kleinen Bean Bag spielt, bekämpft zudem effektiv ein paar Faulheits-Pfunde. Viel Spaß, have fun, amuse-toi, buon divertimento, pásalo bien, veel grapje, megen spøg!

Wie der Sitzsack in unsere Wohnungen kam

10. Juni 2014

Sitzen, liegen, lümmeln: Auf Kissen sitzen hat lange Tradition

Wie man sitzt oder liegt ist vor allem eine kulturelle Frage, und so war Sitzen viele Jahrhunderte hindurch (vor allem vor der Industrialisierung) nicht nur eine Frage des Wollens, sondern vor allem auch des Könnens. Man füllte die Kissen mit dem, was man zur Verfügung hatte, ob das nun Blätter, alte Kleider oder Schafwolle war. Dass man z.B. in südlichen, orientalischen und vor allem auch nomadischen Kulturen schon immer auf dem Boden sitzt (weil es warm ist oder das Zelt geringe Steh-Höhe hat), liegt u.a. auch daran, dass ein großes Sitzkissen weniger wiegt und besser verstaubar ist (denn schließlich muss alles von Mensch und Tier getragen werden). Auch Sitzpositionen geben Aufschluss über Kulturen, in denen schon immer auf Teppichen oder runden und eckigen Kissen gesessen wurde: Schneidersitz oder Kniehocke sind solche Positionen. Selbstredend galten diese Haltungen in Ländern, in denen aufrecht und z.B. mit übergeschlagenen Beinen gesessen wird, als zu lässig. Natürlich waren diese frühen Sitzkissen anders als der heutige Sitzsack: Unter ihm verstehen wir meist den sehr großen, locker gefüllten Sack, in den man sich hineinwerfen kann und der sich an die Form und das Gewicht des Benutzers anpasst. Dass er sich leicht von Raum zu Raum tragen lässt, ist ein netter Nebeneffekt, aber für stationär lebende Menschen nicht zwingend notwendig. Nichtsdestotrotz sind die fester gefüllten und täglich genutzten Kissen Vorläufer und Verwandte unserer heutigen Sitzkissen. Man könnte auch sagen, mit dem Sitzsack hat etwas südliche Lässigkeit in unsere Wohnlandschaften gefunden.

Quelle: Vitra Design Museum

Die Genese des Namens

Gefüllt waren sie Säcke mit den verschiedensten Materialien – und schon der englische Name Bean Bag erinnert sowohl an eine lustige Form als auch an ein mögliches Füll-Material.Die eigentlichen Bohnensäcke waren zunächst schlicht Aufbewahrungsbeutel, später nannte man auch z.b. entsprechend gefüllte Jongliersäckchen so. Das deutsche „Sitzsack“ erschließt sich von selbst und bedarf keiner weiteren Erläuterungen. Vom italienische „Sacco“, das sowohl den Sack als auch das erste (und heute noch ebenso heißende) Modell bezeichnet, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt mehr.

Der erste serielle Sitzsack in Produktion

Auch der erste „offizielle“, industriell gefertigte Sitzsack der Firma Zanotta, der in Serienproduktion ging, war übrigens schon mit Styroporkugeln gefüllt (zuvor hatte man es mit Tischtennisbällen versucht), und erfunden haben ihn die drei italienischen Architekten Pieor Gatti, Franco Teodore und Cesare Paolini. Die amerikanische Kaufhauskette Macy’s wurde ihr Handelspartner und verhalf den ersten Säcken zu Besitzern (im wahrsten Sinn des Wortes). Zwar kamen sie recht schnell wieder von der Idee ab, „Sacco“ mit Wasser zu füllen – dennoch gibt es aber heutige etliche Sitzsack-Modelle, die dafür umgekehrt Wasser sehr wohl von außen standhalten können (denkt man z.B. an die wasserfesten Outdoormodelle). Es verwundert nicht großartig, dass der Sitzsack Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre erfunden wurde. In seiner Eigenschaft als rebellisches Sitzmöbel (denn er brach mit den bisherigen Sitztraditionen) passte er perfekt in eine Zeit der Veränderung. Zwar saß man auch vorher schon tief oder lag halb (man denke nur an die Recamiere oder das liegende Essen bei den Römern), aber die bewusst nachgiebige Form des Sackes, gepaart mit unkonventionellen Sitzhaltungen (Herumlümmeln, entspannen) stieß natürlich auf Widerstand bei der Elterngeneration. Besonders die Studentenschaft mochte das nachgiebige und bequeme Sitzen. Zudem erforderte es nicht die Anschaffung fester Sitzmöbel. Auch designtechnisch sorgte der „Sacco“ aus Vinyl für Aufmerksamkeit: Das New York Museum of Modern Art adelte den „Sacco“, indem es ihn ausstellte. Seine klassische Birnenform wird bis heute noch immer hergestellt.

Sitzsäcke heute

Inzwischen hat sich der Sitzsack zu einem selbstverständlichen Element variabler Wohnlandschaften gemausert und ist in Läden weltweit in verschiedenen Formen anzutreffen. Besonders die Entwicklung pflegeleichter, hautfreundlicher und robuster Oberflächenmaterialien hat der Sitzsackproduktion eine große Bandbreite an Modellen ermöglicht. Sitzsack-Designer leben sich vor allem in immer neuen Designs (Farben und Mustern) sowie ungewöhnlichen Formen aus. So finden die Styroporkügelchen inzwischen Eingang in runde, eckige, sofaförmige, winzige (für Kinder), riesige (für viele Menschen) und wasserfeste (für draußen) Formen. Durch den separaten Innensack sind die heutigen Bean Bags pflegeleicht, die Hülle lässt sich je nach Saison und Geschmack wechseln und manche Anbieter bieten gar das variable Befüllen des Innensackes – je nach Gewicht und Wunsch des Nutzers. So ist der Sitzsack zu einem Teil unseres modernen Lebens geworden, das sich vor allem durch eines auszeichnet: hohe Flexibilität.

Heute sogar als Sessel zu bekommen: Der faulste aller Sitzsäcke

Heute sogar als Sessel zu bekommen: Der faulste aller Sitzsäcke