Was kommt in den Sitzsack?

23. Oktober 2014

Sitzsäcke können mit den verschiedensten Materialien gefüllt sein. Aber nur wenige eignen sich dafür, und so haben sich in der Geschichte des Kissens und schließlich des Sitzsackes nur wenige Möglichkeiten als praktikabel erwiesen.

Ursprünglich wurden sie natürlich mit dem namentlich nahe liegenden gefüllt: Die Bean Bag beinhaltete Bohnen als Füllung. Zunächst nur zur Aufbewahrung, darauf sitzen wollte keiner (und vermutlich hätten die Bohnen danach auch nicht mehr geschmeckt). In den kleinen Säcken wurden aber auch andere Materialien aufbewahrt, wie etwa Reis. Die Bean Bag diente also der Vorratshaltung. Zunächst kannte man sie vor allem auch als kleine Jonglierbällchen (für Fuß oder Hand). Aber auch Fotografen dienen die mit Hülsenfrüchten gefüllten Säckchen heute beipielsweise als Ersatz-Stativ, denn sie passen sich stets an die Form des Gegenstandes an, der auf ihnen platziert wird. Zum tatsächlichen Sitzsack avancierte die kleine praktische Bean Bag zumindest namentlich dann erst jüngst in den letzten Jahrzehnten.

Hier hat die klassische "Bean Bag" ihren Namen her: Bohnen als Füllung

Hier hat die klassische "Bean Bag" ihren Namen her: Bohnen als Füllung

Wir bei Smoothy setzen übrigens nicht ohne Grund auf die erprobten EPS-Perlen, und warum, das erläutern wir euch in folgendem Vergleich von Sitzkissen-Füllungen.

 

Schaumpolystyrol-Kügelchen, auch bekannt als EPS-Perlen:
EPS steht für „Expandierter Polystyrol-Hartschaum“. Die Perlen aus diesem Material zeichnen sich durch ihre Formstabilität aus. Sollte aber der Austausch/die Ergänzung nötig sein, so ist sie leicht zu bewerkstelligen. Sie geben dem Körper, der auf ihnen Platz nimmt, nach. Da sie aber formstabil sind, werden sie nicht einfach zusammengepresst (wie etwa Daunen) sondern weichen in einen anderen Teil des Kissens aus. Dort sorgen sie dann für sehr stabilen Halt (z.B. an den Seiten oder am Rücken). Sie verteilen sich also nur um, behalten aber ihre Form und ihr Volumen. Deshalb sind EPS-gefüllte Sitzsäcke zugleich so nachgiebig und unterstützend (bieten also eine optimale Verteilung des Druckes). Leichte Reinigung ist möglich, da sich die Perlen in einem separaten Innensack befinden und dieser vor dem Waschen der Hülle/des Bezuges einfach entnommen werden kann. Sehr guter Transport von Wärme und Feuchtigkeit sorgt für ein ausgewogenes Sitzklima. Die Virgin-Qualität der Perlen bewirkt eine hohe Dichte, nach DIN-Norm 4102/B1 sind sie außerdem schwer entflammbar. EPS-Perlen werden auch häufig in therapeutischen Kissen eingesetzt, etwa auch in Still- und Lagerungskissen. Da keine tierische oder pflanzliche Herkunft gegeben ist, besteht kein Allergierisiko.

 

In verschiedenen Volumina nachkaufbar: EPS-Perlen als Füllmaterial

Schaumstoff-Flocken:
Sind selbstredend sehr weich, geben aber immer unter Druck nach. Das heißt zwar, dass das Kissen sich bei der Erstbenutzung anpasst, aber nicht in seine Ursprungsform zurückkehrt. Hier verhält es sich ähnlich wie Daunen. Auch diese müssen immer wieder aktiv aufgeschüttelt, gelüftet und durch die Kissenhülle in Form gezupft werden. Das gilt auch für die Reinigung: Kissen mit Schaumstofffüllung sind meist fest vernäht, müssen also als ganzes in die Waschmaschine und beim nachherigen Trocknen in Form gezupft werden. Möchte man das Kissen beispielsweise als Nacken- oder Rückenstütze nutzen, so muss man es ebenfalls in Form bringen oder mehrere Kissen stapeln. Schaumstoff-Flocken sind eine beliebte Füllung, wenn es darum geht, selbst zu Hause etwas zu nähen (etwa Kuscheltiere oder Sofakissen) und eine kostengünstige, waschbare Füllung zu verwenden. Für Bean Bags wie die von Smoothy sind sie ungeeignet. Man benötigt eine größere Menge Schaumstoff, um die wärmende Wirkung von etwa Daunen zu erzeugen.

 

Naturprodukt: Daunen sind weich, aber ungeeignet für Sitzsäcke

Federn/Daunen:
Haben im Prinzip ähnliche Eigenschaften wie Schaumstoffflocken (man kann sie reinigen, sie verteilen sich bauschig), Federn sind noch weniger voluminös, dafür aber schwerer. Daunen sind die unteren, weichen Federn. In den meisten Kissen findet man jedoch nicht nur die kurzstieligen weichen Daunen, sondern durchaus auch Federn mit langem Kiel. Wer schon einmal gestochen wurde, kann ein Lied davon singen. Der Nachteil der traditionellen Federkerne: Zur Reinigung darf hier nur der Fachmann ran, dafür werden Inlets oder Kissen aufgeschnitten, die Federn in einer speziellen Maschine verwirbelt und gereinigt und danach wieder eingefüllt und vernäht. Entsprechend kostenintensiv ist das Ganze. Federn können außerdem nach langer Anwendung brechen (sind schließlich als Naturprodukt auch dem Verfall unterworfen) und auch durch dicht gewebte Baumwollhüllen pieksen. Man kennt das von Daunenkopfkissen: Ab einem bestimmten Lebensalter des Kissens wandern die Federkiele (und mit ihnen die ganzen Daunen) stets durch die beiden Hüllen (Innenkissen und Bezug) und stechen. Der Vorteil von Daunen ist ihre hohe Wärmewirkung (man denke etwa auch an Daunenjacken). Aufgrund ihrer Eigenschaften sind Daunen für Bean Bags ungeeignet, für wärmende Decken im Winter werden sie hingegen gerne verwendet.

 

Wasser: Für Wasserbetten geeignet, für Sitzsäcke unpraktisch

Wasser:
Kennt man als (kostengünstig nachfüllbare) Füllung vom Wasserbett, ist aber als Innenleben für Sitzsäcke ungeeignet, da es bei hoher Beanspruchung trotzdem immer ein Restrisiko des Auslaufens gibt. Gerade bei Sitzsäcken geht es ja nicht um ruhiges Ausbalancieren wie im Bett, sondern sie werden beansprucht, umgekippt, in der Form verändert. Die italienischen Sitzsack-Erfinder experimentierten zu Beginn auch mit Wasser als Füllung. Ein mit Wasser gefüllter Sitzsack wäre zu schwer und daher nicht transportabel. Gerade Flexibilität ist aber ein markantes Kennzeichen von Sitzsäcken oder Bean Bags.

 

Naturmaterialien:
Die klassischen Hülsenfrüchte wie Bohnen verwendet man natürlich für große Sitzsäcke und Kissen nicht. Aufgrund ihres Gewichts, ihrer Härte und Verderblichkeit sind sie nur für kleine, dekorative (oder zum Spielen verwendete) Modelle geeignet.

Wie finde ich meinen idealen Sitzsack?

08. Oktober 2014

Einen Sitzsack kaufen – was soll daran so schwer sein? Nun, jeder, der sich mal in der heutigen Sitzsack-Landschaft umgesehen hat, wird bemerkt haben, dass eine Fülle an Varianten die Entscheidung scheinbar schier unmöglich macht. Und tatsächlich ist es wichtig, die eigene Wahl vor dem Kauf einigen wichtigen Fragen zu unterwerfen.

Ein Sitzsack ist heute nicht mehr bloßes praktisches Einrichtungsstück, sondern soll verschiedene Kriterien erfüllen. Man kann es ein wenig mit dem Kauf eines (im wahrsten Sinn des Wortes) gut sitzenden Kleidungsstück vergleichen: Sieht es gut aus, trägt sich aber unangenehm, so werde ich nur kurz Freude daran haben. Besteht es aus einem edlen Stoff, der sich aber schlecht reinigen lässt, währt die Lebensdauer ebenfalls kurz. Neben Aussehen und Pflegeverhalten spielt natürlich auch eine Rolle, was ich mit dem Kleidungsstück vorhabe: Eine weiche Jacke, die keine Nässe abweist, ist für den Regen nicht geeignet. In dieser Art und Weise kann man eigentlich alle Kriterien direkt von der Lieblingskleidung auf den Kauf eines Sitzsackes übertragen. Unsere nachfolgende Checkliste soll euch dabei helfen, die wichtigsten Fragen vor dem Kauf eines Sitzsackes zu beantworten. Einige der Aspekte beim Sitzsack-Kauf hängen natürlich miteinander zusammen.

Wo wird der Sitzsack eingesetzt?
Sicher, der Gag an einem Sitzsack ist ja gerade, dass er flexibel ist, also von Raum zu Raum wandern kann. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, ob er z.B. draußen verwendet werden soll, denn dann ist Wasserdichtheit ein Muss. Auch ein feuchter Rasen reicht schon aus, um einen nicht dichten Sitzsack zu beschädigen. Soll der Sitzsack von den Kindern genutzt werden, so muss er robust und vor allem waschbar sein. Das selbe gilt für Sitzsäcke im Essbereich, denn wie schnell wandert ein Klecks Soße oder ein verschüttetes Getränk auf die Oberfläche des Sackes. Und damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt:

Pflegeleicht
Der ideale Sitzsack lässt sich zum Einen leicht reinigen und zum Anderen dafür idealerweise abziehen. Warum? Selbstredend ist ein Sitzsack zu groß für die Waschmaschine, eine abziehbare Hülle ist also ein Muss. Ist diese bei 30 bis 40 Grad waschbar, so kann man auch hartnäckigen Flecken mit einem entsprechenden Fleckenlöser oder einem antibakteriellen Waschzusatz zu Leibe rücken – auch ohne 90 Grad Waschtemperatur. Sitzsäcke für outdoor sollten einen Bezug mitbringen, von dem Flüssigkeiten leicht abperlen oder aber mit einem feuchten Tuch entfernbar sind. Natürlich bedeutet abziehbar außerdem, dass das Innenleben des Sitzsackes (also meist die EPS-Perlen) in einem separaten Sack verstaut sind und deshalb nicht beim Öffnen die Wohnung fluten können.

Sitzsack öffnen und Hülle abstreifen

Ein abziehbarer Sitzsack erleichtert die Reinigung

Die Größe
Logisch: Je größer der Sitzsack, umso zahlreicher die Gäste. Wir empfehlen, bei der Nutzung durch mehrere Personen stets die größtmögliche Variante zu wählen, Warum? Erfahrungsgemäß wird es schnell eng auf einem Sitzsack, denn jeder möchte ihn be-sitzen. Und man selbst will sich gerne darauf ausstrecken. Gern wird eine große Bean Bag auch als Gästebett verwendet. Kinder hingegen freuen sich über einen Sitzsack in ihrem Format. Nur ein Parameter begrenzt die mögliche Größe eines Sitzsackes: die eigenen vier Wände! Dein Sitzsack sollte natürlich nicht größer als dein Wohnzimmer sein (eventuell schwierig in Japan!), und wer mit der Bean Bag auf Reisen (z.B. Campen) geht, möchte natürlich ein kleineres Format transportieren.

Die Form
Wie, sind Bean Bags nicht stets tropfenförmig? Das war gestern! Bean Bags gibt’s heute von sackförmig über flach und rund bis hin zu rechteckig und sogar möbelartig. Genannt seien hier keilförmige Kissen, die den Rücken und Nacken beim Lesen stützen, Sitzsäcke mit Lehne für die Bequemen, zusammenfalt- und aufklappbare Bean Bags in Sofaform oder Sitzsäcke in Körbchenform für Hunde. Auch hier gilt natürlich: Erlaubt ist, was dir gefällt! Wenn dir eine immer gleich geformte Rückenstütze wichtig ist, dann wähle ein Modell mit integriertem Rücken- oder Seitenteil. Lässt du dich gerne in deinen Sitzsack fallen um seine Form mit deinem Körper zu definieren (denn er passt sich dir an), dann entscheide dich für ein Modell mit schlichter Form. Welche auch immer du wählst: Wir empfehlen die EPS-Perlen als Füllung, weil sie einfach das echte Bean Bag-Feeling ausmachen. Sie fließen in Form und passen sich dadurch an. Und du kannst sie ergänzen oder reduzieren. Auch so beeinflusst du also die Form deiner Bean Bag.

Geschmackssache: Darf es dezent oder wild gemustert sein?

 

Der Bezug
Hier geht es nun um deinen ganz persönlichen Geschmack – und natürlich die Umgebung, in der der Sitzsack eingesetzt. Ist deine Wohnung bereits dominant farblich gestaltet, solltest du die Bean Bag in einer verwandten Farbfamilie wählen. Mit gemusterten Modellen setzt du modische Akzente, mit zeitlos zurückhaltenden Farben wie Creme hast du lange Freude an einem neutralen Modell. Nicht unerheblich ist auch das Material: Wenn du dich biologisch ernährst und auf deine Haut achtest, ist dir vielleicht ein Bezug aus reiner Baumwolle wichtig. Vielleicht legst du als Kuschelfan Wert auf eine samtige Oberfläche. Diven sehen sich gerne auf verwegenem Leomuster oder plüschigem Flokati. Und Kinder schließlich stehen oft auf grelle oder glänzende Farben. Falls du dich nicht für immer festlegen kannst (was wir ohnehin nicht empfehlen), ist es sinnvoll, einen Hersteller zu wählen, der alle Elemente austauschbar als Ergänzung anbietet. Sprich: neues Innenleben, anderer Bezug, mehr Füllmaterial. So wirst du zum individuellen Createur deiner flexiblen Wohnwelt. Und darum geht es ja bei der Entscheidung für die passende Bean Bag.

Mindfulness – und was das mit Sitzen zu tun hat

22. September 2014

Wir betonen häufig, wie wichtig es ist, sich eine Auszeit zu gönnen. Das diese Auszeit bloß in Form eines „Power-Naps“ oder eines schnellen Mittag-Walks keinen großen Sinn macht, hat sich inzwischen auch herumgesprochen. Gerne integrieren wir nämlich das Entspannen mit dem bloßen Zweck, danach umso leistungsfähiger zu sein und zu funktionieren – und praktizieren es nicht als Lebenshaltung. Da ist es meist vorprogrammiert, dass das mit dem Entspannen schief geht.

Ein Begriff ist in aller Munde: Mindfulness. Übersetzt bedeutet es so viel wie Achtsamkeit, ist aber viel mehr, als nur, in sich hinein zu hören. Unter Achtsamkeit verstehen wir heute, dass wir uns bewusst für das entscheiden, das uns gut tut. Das kann beim einen die Stunde Nichtstun sein, beim anderen genau das Gegenteil, etwa Bergwandern oder 20 km Radfahren. Entspannung ist möglich im Sitzen, Stehen oder Liegen, im Gehen oder Verharren. Mindful sind wir, wenn wir wissen, was wir wollen und dafür auch einstehen. Viele assoziieren damit Konsumverzicht oder aber eben ganz bewussten Konsum ausgewählter Produkte, ob das nun Bioessen, ein nachhaltiges Auto oder die Anschaffung eines hochwertigen Instruments ist. Ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit ist für viele Leute, ihr Leben mit anderen zu teilen: Auch Communitys können also Mindfulness praktizieren, etwa wenn sie einander mit aussagekräftigen Instagram-Snapshots am Leben teilhaben lassen und Gleichgesinnte in ähnlichen Bildern finden. Die Schnappschüsse zeichnen sich durch ihren stimmungsvollen Look aus – und versetzen uns als Betrachter gerade aufgrund ihrer Ästhetik in eine entspannte Stimmung,

Meditation

Geht draußen oder drinnen: sich in's Hier und Jetzt versetzen

Für uns bedeutet Mindfulness natürlich speziell, dass wir unser Umfeld so gestalten, dass es nicht nur praktisch, sondern auch einladend und schön ist. Dass es vielleicht keine Ecken und Kanten hat, sich uns anpasst. Ein Aspekt bei Mindfulness ist, dass man nicht unnötig wertend ist: So kann ein schönes Zuhause etwa für jeden etwas anderes sein, jenseits von Trends, romantisch vollgestopft oder eben ganz schlicht und leer. Buddhisten praktizieren Mindfulness, wenn sie meditieren, und so kann ein Raum, in dem nichts von der Entspannung im Hier und Jetzt ablenkt, hilfreich sein, wenn man seinen Kopf leeren möchte. Oft wird dafür bewusst ein harter Untergrund gewählt, um es eben nicht zu gemütlich zu haben oder einzuschlafen.

Wir bevorzugen das Gegenteil: Warum nicht einschlafen, wenn man gerade schön tiefen-entspannt ist? Ein Moment, in dem man einfach so wegdämmern kann, ist für die meisten ein rares, wertvolles Gut und bedeutet zudem, dass man in diesem Moment keinen dringenden Termin, keinen Plan, keinen drängelnden Chef hinter sich hat. Wie wunderbar! Ein Aspekt der Mindfulness ist übrigens die Rücksichtnahme gegenüber anderen. Das bedeutet, auch dem Mitbewohner seinen wohlverdienten Schlaf zu gönnen, egal ob im Bett, auf dem Sofa oder auf dem Sitzkissen.

Warum Gedanken über Achtsamkeit auf einem Blog zu Bean Bags? Der Zusammenhang erschließt sich vielleicht nicht gleich: Wir beobachten oft, dass entspanntes Sitzen in Zusammenhang mit erhöhter Produktivität gebracht wird: Wer effizienter ausruht, arbeitet effizienter. Das ist sicher richtig und auch etwas, das wir Tag für Tag merken, wenn wir es uns beim Arbeiten bequem machen. Dennoch haben wir fast verlernt, es uns einfach mal gemütlich zu machen – nur um des Ausruhens willen! Natürlich könnte man auch hier wieder eine Reihe von Studien anführen: Warum wirkt Ruhe beruhigend, welchen Einfluss hat die Natur, in welcher Position fährt der Puls am besten herunter. Oder einen von tausenden Achtsamkeitskursen besuchen, die zur Zeit so in Mode sind. Wir sparen uns das an dieser Stelle, weil wir merken und darauf vertrauen, dass jeder selbst in der Lage ist, zu erkennen, wann der Akku leer ist. Und da kommt nun unser Sitzkissen in’s Spiel. Oder auch nicht. Wie du eben magst!

Ein Sommer im Garten

08. August 2014

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Und mit Liegen meinen wir in diesem Fall wirklich wortwörtlich Liegen: Denn wo liegt es sich besser, als auf der eigenen Couch aka Sessel aka Sitzsack im eigenen Garten unter dem blühenden Baum?

Sicher, Reiselustige winken bei dieser Vision wahrscheinlich müde ab, aber wir haben diesen Sommer den Urlaub auf Balkonien respektive Gartenland wieder entdeckt! Und auch die immer wieder in Erscheinung tretenden Regengüsse tun unserem “Daheim-Reisefieber” keinen Abbruch, denn erstens sind unsere Sitzgelegenheiten ja wasserfest, und zweitens sind wir ruckzuck drin im gemütlichem Zuhause, falls das nächste Sommergewitter sich anbahnt. Natürlich macht ein Urlaub mit Freunden doppelt Spaß, und das gilt auch für daheim.

Könnte die beste Aussicht des Sommers werden: der eigene Garten

Was also kann man zuhause machen, das man schon lang einmal vorhatte, und für das man sich nie Zeit nimmt?
Man spart Zeit, denn das Packen enfällt! Und diese Zeit nutzt man dann für …

1. Endlich alle Zeitschriften im Garten lesen, die man schon lang neben dem Bett stapelt.

2. Unter freiem Sternenhimmel übernachten mit der geliebten Daunendecke über der Nase und komfortablem Bad gleich um die Ecke.

3. Die reifen Himbeeren wachsen nur eine Handbreit entfernt und können direkt in feine Beeren-Pancakes oder Eis mit heißen Himbeeren verwandelt werden.

4. Alle robusten Möbel rausstellen und Open Air Wohnzimmer spielen – inkl. der Pflanzen, die sich über ein bisschen Sonne freuen!

5. Passend zum Smoothy, auf dem man sitzt, einen der aktuellen leckeren grünen Smoothies zum Trinken mixen. Ist gesund und erfrischt – tolle Rezepte gibt es z.B. hier!

6. Ein Reisesouvenir aus dem eigenen Garten oder Hof basteln, etwa Blumenkränze, Postkarten schreiben oder ein Stück altes Holz in einen Kerzenhalter verwandeln.

7. Viele Leute einladen! Weil man Geburtstag hat, weil man nicht Geburtstag hat, weil ein schöner Augusttag ist oder weil man Lust auf Barbecue hat, weil man gemeinsam Meteoritenschauer (Sternschnuppen) beobachten will …

Mit dem Smoothy an's Meer träumen

Fühlt sich fast an wie am Meer: Auf dem Floralia im eigenen Garten wegträumen

Wir wären nicht so Smoothy-verrückt, wenn wir nicht auch noch ein paar Vorteile unserer famosen Sitzkissen für das draußen Sitzen parat hätten: Die Outdoor-Smoothys sind wasserfest, und das gilt nicht nur für Regentropfen, sondern auch, falls mal was vom Getränk auf den Sitzsack verschüttet wurde. Wenn doch mal zu viel daneben geht (und die Farbe des Getränks so gar nicht mit dem Style des Sitzsackes harmoniert), kann man ihn abziehen und waschen. Das ist besonders wichtig, weil man ja nie genau weiß, wer alles auf der Gartenparty auftaucht oder wer seine fünf Kinder mitbringt, die so gern Schokoeis essen … Außerdem sind die Sitzsäcke leicht und beweglich und wandern so schnell unter Baum oder Schirm in den Schatten. Denn mal ehrlich, wer will im Laufe eines Tages ständig den Sonnenschirm verrücken? Eine der unschlagbarsten und beliebtesten Kombis ist in der Redaktion übrigens derzeit der knallgelbe Outdoor Supreme (der mit Hilfe seiner Schlaufen nämlich ruckzuck eine Lehne hat) in Kombination mit einem tiefblauen Planschbecken für die Füße. Egal ob im Hof oder auf dem grünen Rasen: Dem sommerlichen Farbwahnsinn kann sich keiner entziehen, und wer bei einem derart ansteckenden Farbton noch schlechte Laune hat, ist selbst schuld. Tropfnasse Füße jucken den Sitzsack nicht die Bohne und sind für uns eine super Abkühlung.

Übrigens ist es ein Gerücht, dass die Farbe des Bikinis immer zum Smoothy passen muss … unsere Strandhandtücher passen ja auch nicht zur Badeshort. Das nur am Rande, falls jemand einen scheinheiligen Grund gesucht hat, sich vor einer sommerlichen Gartenparty zu drücken. Und wenn jemand Lust auf Sternschnuppen gucken hat: Hier kann man Sternschnuppentermine für 2014 nachlesen. Wir wünschen frohes Wünschen!

 

Welche Sprache spricht der Sitzsack?

10. Juli 2014

Den Sitzsack kennen wir inzwischen als prominenten Kosmopoliten, und wenn man nach dem Namen geht, so ist er gleichermaßen in verschiedenen Ländern zuhause: Denn er wurde in Italien erfunden, seine bekannteste Bezeichnung aber ist englisch.

Wer den letzten Artikel aufmerksam gelesen hat, weiß bereits, dass der erste industriell gefertigte Sitzsack italienische Eltern hat, genauer drei Väter: Pieor Gatti, Franco Teodore und Cesare Paolini. Entsprechend ihrem Modellnamen kennt man den Sitzsack in Italien schlicht als Sacco. Genauer würde man wohl “sacco per sedersi” zu ihm sagen, also Sack zum Sitzen. Der erste Sacco ist inzwischen ein Design-Klassiker. Aber auch Amerika ist ein Sitzsack-Mekka, hier kennt man das ungewähnliche Sitzmöbel als Bean Bag. Dieser Begriff wiederum kommt eigentlich von den kleinen Verwandten des Sitzsackes, nämlich den Bean Bags, in die Bohnen (und auch Getreide) zum trockenen Aufbewahren eingenäht wurden. Ebenfalls als Bean Bag oder Footbag sind hingegen die kleinen stoffenen, ledernen und gehäkelten Jonglierbälle bekannt, mit denen man auf dem Fuß balanciert. Man sieht also: Erstens ist es gar nicht so einfach, immer vom Namen direkt auf die eindeutige (und einzige) Funktion zu schließen, und zweitens erzählt der Name einer Sache auch immer etwas über ihre Geschichte. Beim Fatboy handelt es sich übrigens auch um einen Markennamen (und keine Typbezeichnung). Das Beste an diesem Sitzsack ist übrigens, da sind sich meine weiblichen Kolleginnen einig, dass er nicht Fat Girl heißt.

Südliche Sitzsäcke
Natürlich kennt man Sitzsäcke auch in Südeuropa, und so treffen wir, wenn wir beispielsweise die Costa Brava bis zur Costa Blanca hinunterfahren, den “Puff” unter unserem Po. Näher konkretisiert handelt es sich (mit einem f weniger) manchmal auch um den “Puf tipo pera”: Also den Pouf vom Typ bzw der Form einer Birne. Hier fällt wieder die Verwandschaft zum italienischen Ursitzsack, dem Sacco, in Birnenform in’s Auge. Auch wenn sich Italiener und Spanier in manch anderem uneins sind: Der Birnenform bleibt man wohl zumindest verbal in den Ländern der Trauben treu. Das französische “Pouf” im Namen führt uns dann sogleich weiter nördlich nach Frankreich. Die Franzosen haben ja quasi den runden Pouf, das Sitzkissen erfunden. Jedenfalls kennt man ihren Namen für das Möbelstück überall. Während unsere Großväter auf einem harten ledernen Pouf nur ihre Füße abzulegen pflegten, sitzt es sich auf dem modernen “Pouf poire” wunderbar weich: Denn auch bei ihm handelt es sich bei Übersetzung um das Sitzkissen in Birnenform – Poire bedeutet Birne. Eine andere Bezeichnung ist der “Fauteuil poire”. Das Fauteuil im Namen verweist uns auf einen nicht unwesentliche Eigenschaft des Sitzsackes, denn der Fauteuil ist der Lehnsessel.

Und im Norden?
Lustig wird es noch weiter oben im Norden. Hier ruft man den Sitzsack in Dänemark “sækkestol” und in Holland, jawohl, “Zitzak”. Das kann man nun astrein nur mit Sitzsack übersetzen, und es ist keinerlei Obst oder gar Bohnen im Spiel, wie wir es bei den Südländern kennen. Was können wir zusammenfassend sagen? Egal wie der Sitzsack oder Knautschsack genannt wird, auf allen lässt es sich, egal ob bei Sonnenschein oder Schnee, in allen Ländern hervorragend sitzeln, räkeln und natürlich auch essen. Saftiges Obst empfehlen wir jedoch nur auf abwaschbaren Exemplaren unseres Lieblingsmöbels, wo auch dem Verzehr eines Bohneneintopf nicht’s im Wege steht. Und wer danach noch ein bisschen Hacky Sack mit seinem Namenvetter, dem kleinen Bean Bag spielt, bekämpft zudem effektiv ein paar Faulheits-Pfunde. Viel Spaß, have fun, amuse-toi, buon divertimento, pásalo bien, veel grapje, megen spøg!

Wie der Sitzsack in unsere Wohnungen kam

10. Juni 2014

Sitzen, liegen, lümmeln: Auf Kissen sitzen hat lange Tradition

Wie man sitzt oder liegt ist vor allem eine kulturelle Frage, und so war Sitzen viele Jahrhunderte hindurch (vor allem vor der Industrialisierung) nicht nur eine Frage des Wollens, sondern vor allem auch des Könnens. Man füllte die Kissen mit dem, was man zur Verfügung hatte, ob das nun Blätter, alte Kleider oder Schafwolle war. Dass man z.B. in südlichen, orientalischen und vor allem auch nomadischen Kulturen schon immer auf dem Boden sitzt (weil es warm ist oder das Zelt geringe Steh-Höhe hat), liegt u.a. auch daran, dass ein großes Sitzkissen weniger wiegt und besser verstaubar ist (denn schließlich muss alles von Mensch und Tier getragen werden). Auch Sitzpositionen geben Aufschluss über Kulturen, in denen schon immer auf Teppichen oder runden und eckigen Kissen gesessen wurde: Schneidersitz oder Kniehocke sind solche Positionen. Selbstredend galten diese Haltungen in Ländern, in denen aufrecht und z.B. mit übergeschlagenen Beinen gesessen wird, als zu lässig. Natürlich waren diese frühen Sitzkissen anders als der heutige Sitzsack: Unter ihm verstehen wir meist den sehr großen, locker gefüllten Sack, in den man sich hineinwerfen kann und der sich an die Form und das Gewicht des Benutzers anpasst. Dass er sich leicht von Raum zu Raum tragen lässt, ist ein netter Nebeneffekt, aber für stationär lebende Menschen nicht zwingend notwendig. Nichtsdestotrotz sind die fester gefüllten und täglich genutzten Kissen Vorläufer und Verwandte unserer heutigen Sitzkissen. Man könnte auch sagen, mit dem Sitzsack hat etwas südliche Lässigkeit in unsere Wohnlandschaften gefunden.

Quelle: Vitra Design Museum

Die Genese des Namens

Gefüllt waren sie Säcke mit den verschiedensten Materialien – und schon der englische Name Bean Bag erinnert sowohl an eine lustige Form als auch an ein mögliches Füll-Material.Die eigentlichen Bohnensäcke waren zunächst schlicht Aufbewahrungsbeutel, später nannte man auch z.b. entsprechend gefüllte Jongliersäckchen so. Das deutsche „Sitzsack“ erschließt sich von selbst und bedarf keiner weiteren Erläuterungen. Vom italienische „Sacco“, das sowohl den Sack als auch das erste (und heute noch ebenso heißende) Modell bezeichnet, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt mehr.

Der erste serielle Sitzsack in Produktion

Auch der erste „offizielle“, industriell gefertigte Sitzsack der Firma Zanotta, der in Serienproduktion ging, war übrigens schon mit Styroporkugeln gefüllt (zuvor hatte man es mit Tischtennisbällen versucht), und erfunden haben ihn die drei italienischen Architekten Pieor Gatti, Franco Teodore und Cesare Paolini. Die amerikanische Kaufhauskette Macy’s wurde ihr Handelspartner und verhalf den ersten Säcken zu Besitzern (im wahrsten Sinn des Wortes). Zwar kamen sie recht schnell wieder von der Idee ab, „Sacco“ mit Wasser zu füllen – dennoch gibt es aber heutige etliche Sitzsack-Modelle, die dafür umgekehrt Wasser sehr wohl von außen standhalten können (denkt man z.B. an die wasserfesten Outdoormodelle). Es verwundert nicht großartig, dass der Sitzsack Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre erfunden wurde. In seiner Eigenschaft als rebellisches Sitzmöbel (denn er brach mit den bisherigen Sitztraditionen) passte er perfekt in eine Zeit der Veränderung. Zwar saß man auch vorher schon tief oder lag halb (man denke nur an die Recamiere oder das liegende Essen bei den Römern), aber die bewusst nachgiebige Form des Sackes, gepaart mit unkonventionellen Sitzhaltungen (Herumlümmeln, entspannen) stieß natürlich auf Widerstand bei der Elterngeneration. Besonders die Studentenschaft mochte das nachgiebige und bequeme Sitzen. Zudem erforderte es nicht die Anschaffung fester Sitzmöbel. Auch designtechnisch sorgte der „Sacco“ aus Vinyl für Aufmerksamkeit: Das New York Museum of Modern Art adelte den „Sacco“, indem es ihn ausstellte. Seine klassische Birnenform wird bis heute noch immer hergestellt.

Sitzsäcke heute

Inzwischen hat sich der Sitzsack zu einem selbstverständlichen Element variabler Wohnlandschaften gemausert und ist in Läden weltweit in verschiedenen Formen anzutreffen. Besonders die Entwicklung pflegeleichter, hautfreundlicher und robuster Oberflächenmaterialien hat der Sitzsackproduktion eine große Bandbreite an Modellen ermöglicht. Sitzsack-Designer leben sich vor allem in immer neuen Designs (Farben und Mustern) sowie ungewöhnlichen Formen aus. So finden die Styroporkügelchen inzwischen Eingang in runde, eckige, sofaförmige, winzige (für Kinder), riesige (für viele Menschen) und wasserfeste (für draußen) Formen. Durch den separaten Innensack sind die heutigen Bean Bags pflegeleicht, die Hülle lässt sich je nach Saison und Geschmack wechseln und manche Anbieter bieten gar das variable Befüllen des Innensackes – je nach Gewicht und Wunsch des Nutzers. So ist der Sitzsack zu einem Teil unseres modernen Lebens geworden, das sich vor allem durch eines auszeichnet: hohe Flexibilität.

Heute sogar als Sessel zu bekommen: Der faulste aller Sitzsäcke

Heute sogar als Sessel zu bekommen: Der faulste aller Sitzsäcke

Ergonomisches Sitzen

14. Mai 2014

Der Mensch ist ein Bewegungstier!

Ergonomisches Sitzen ist angesichts langer Bürotage (und entsprechend wichtiger Entspannung dazwischen und danach) heute mehr Thema denn je. Obwohl der Mensch mit einem ausgeklügelten Bewegungsapparat ausgestattet ist, verharrt er in vielen Berufen stundenlang sitzend vor einem Rechner oder an einem Fließband, an einem Arbeitstisch oder hinter dem Lenkrad. Aber auch stehende Berufe profitieren von der Abwechslung, die eine ungewöhnliche Sitzgelegenheit in den Pausen liefert. Gar nicht zu reden von den zahlreichen Anlässen, zu denen privat und in der Freizeit gesessen wird. Sitzen verbinden wir meist mit einem statischen Verharren in einer meist ungesunden Haltung, vielleicht unterbrochen von kurzen Phasen des Umhergehens. Dabei gibt es ein paar wenige einfache Regeln, die aus einem ungesunden Krümmen (mit nachfolgenden Schmerzen und Vermeidungshaltungen) eine dynamische, bequeme und gesunde Angelegenheit machen.

Problematische Sitzhaltungen

Manchmal sind wir gezwungen, ungesunde Positionen einzunehmen, etwa wenn es gilt, in einer Sitzung mit dem Chef wortwörtlich „Haltung zu bewahren“ oder auch beim Besuch eines schicken Restaurants. So ist es die Etikette, die uns vorschreibt, etwa mit übergeschlagenen Beinen (stört die Blutzufuhr), geradem Rücken oder auch einfach ganz angespannt zu sitzen. Das, was viele Jahrhunderte als vornehm und gut erzogen galt, zeigt vielleicht die Unterjochung des eigenen Körpers, nicht aber die Sorge um seine Gesundheit. Und so sollten alle statischen, verkrampften Positionen über eine längere Zeit gemieden werden: Verschränkte Beine, ein chronisch runder Rücken, aber auch hängende Schultern (aufrechtes Sitzen muss nicht verkrampft sein, sondern gelingt einfach, indem man die Schulter zurück nimmt). Beim Sitzen auf dem Boden ist es wichtig, zwischen Knien, Schneidersitz und breitbeinigem Hocken zu wechseln. Hauptbereiche, in denen durch Verkrampfung Schmerzen entstehen, sind der untere Rücken (das Kreuz) und der Schulterbereich, der bis in den Nacken und den Kopf ausstrahlen kann. Nicht selten kommen Kopfschmerzen aus dem Rücken. All diese Bereiche sollten wir also mit Abwechslung beglücken. Sinnvoll ist es hingegen,  bei Ellenbogen und Knie einen rechten Winkel zu erzielen (durch die angepasste Höhe des Arbeitstisches), um eine ausgeglichene Stützung des Muskelapparates zu erreichen. Denn unsere Rückenmuskulatur war ursprünglich nicht für stundenlanges Sitzen eingerichtet.

Richtiges Sitzen besteht aus Bewegung

Hättest du es gewusst? Mit Sitzen verbinden wir ja eher das Gegenteil: nämlich Bewegungslosigkeit. Tatsächlich aber sind wir fast ständig in Bewegung, etwa wenn wir uns unterhalten: Wir verändern die Sitzhaltung, dehnen und strecken uns, gestikulieren und reagieren mit unserer Körpersprache auf unser Gegenüber im Gespräch. Und genau das ist richtig! Achten müssen wir hingegen auf unsere Haltung, wenn wir durch Ablenkung unbeweglich werden: Stundenlanges Lümmeln auf dem Sofa vor der Glotze oder Sitzen mit rundem Rücken vor dem Computer wird meist mit steifen Gelenken und schlimmstenfalls Muskelschmerzen und Verspannungen bestraft. Zur Entlastung wechseln wir bestenfalls in eine andere Position, in der wir dann wieder einseitig verharren. Gerade in diesen Situationen gilt also: kleine Bewegungen einbauen! Und welche das sind, erfahrt ihr im nächsten Absatz.

Dynamik in das Sitzen bringen

Im Laufe eines mehrstündigen Sitzmarathons, wie er uns etwa in der Arbeit begegnet, häufiger aufstehen und umhergehen, mindestens ein- bis zweimal die Stunde. Wenn dies nicht möglich ist: Neben dem Stuhl stehen und nach oben recken, dann wieder umgekehrt den Körper nach unten hängen lassen, den Rücken rund werden lassen und anschließend alle Glieder ausschütteln. Die Knie nach oben ziehen und auf der Stelle gehen. Beim einseitigen, unergonomischen Sitzen sind alle Körperteile betroffen, entsprechend sollten auch alle wieder mobilisiert werden. Den Kopf rollen, den Nacken massieren, den Kopf hängen lassen, linke und rechte Schulter kreisen lassen. Dann die Arme nach oben und abwechselnd beide Ellenbogen hinter den Kopf dehnen. Ebenso Ellenbogen seitlich nach hinten nehmen und den Rücken ins Hohlkreuz dehnen. Die Beine einzeln ausschütteln, mit den Zehen Greifbewegungen vollführen (zur Not dafür die Schuhe kurz unter dem Tisch ausziehen), die Beine strecken und beugen. Am Ende sollte in allen Körperteilen statt Schmerz ein angenehm warmes Kribbeln zu spüren sein, dass die Aktivierung zeigt. Auch wer gar nicht aufstehen kann, tut gut daran, das Becken vor und zurück zu rollen, den unteren Rücken zu strecken und die Schultern zu rollen und (wie wir es aus dem Flugzeug kennen) immer mal wieder die Beinmuskeln zu an- und entspannen, um die Venenpumpe in Schwung zu bringen. Das Bewegen des unteren Rückens und des Beckens kann man ohne Probleme auch immer wieder in längeres Sitzen einbauen.

Pausen vom Stehen – Pausen vom Sitzen!

Wer tagsüber lange steht, freut sich verständlicherweise auf das Sitzen. Nichtsdestrotz sollten wir nicht von der einen einseitigen Position in die nächste wechseln. Das bedeutet konkret: Nach langem Stehen eine Runde spaziergehen, dann erst auf den Fernsehsessel oder den Sitzsack setzen. Dort ruhig ein wenig probieren, bis man eine bequeme Haltung gefunden hat, statt wie ein Sack zusammen zu sacken (dafür ist schließlich schon der Sitzsack zuständig). Umgekehrt gilt genauso: Bei längerem Sitzen, etwa einem Brunch mit Freunden, einem langen Bürotag oder auch während einer langen Autofahrt, immer wieder Pausen vom Sitzen machen und eine Runde stehen, strecken, gehen.

Verschiedene Sitzgelegenheiten!

Ihr ahnt es wahrscheinlich schon: Der ausgeklügeltste Stuhl wird zur Unbeweglichkeitsfalle, wenn er unser einziger Rastplatz bleibt. Zuletzt ist also zu sagen, dass es Sinn macht, möglichst verschiedene Sitzgelegenheiten in seiner Wohnung (oder auch dem Büro) bereit zu halten. Das geht vom klassischen Stuhl am Esstisch über Sofa, Kniestuhl und Tatami-Matte zum Knien und Schneidersitzen bis hin zum Sitzsack, der uns durch seine sich ständig veränderbare Form immer wieder zu neuen Körperhaltungen herausfordert, aber auch gleichzeitig durch die Perlenfüllung stützt (denn die Rückenmuskulatur sollte auf Rückenlehnen zurückgreifen können). Sehr sinnvoll ist es übrigens, auch mal die Sitzmöglichkeiten aus ihrem angstammten Kontext zu nehmen und zu tauschen! Wer zum Essen überraschenderweise knien muss (wie es in anderen Kulturen üblich ist), beim Fernsehen auf dem Stehstuhl lehnt, auf dem Hüpfball am Schreibtisch sitzt und sich auf dem Sitzsack beim Herumtoben dehnt und streckt, steuert mit viel Spaß eingerosteten Sitzgewohnheiten entgegen.

Viel Spaß beim Bewegen!

Wie reinige ich meinen Sitzsack?

03. Februar 2014

Da liegt er nun, das gute Stück, und weil er so heiß und innig geliebt wird, bleibt er nicht so rein und unschuldig wie am Anfang eurer Bekanntschaft. Die Zuneigung hinterlässt Spuren auf dem Sitzsack – Spuren in Formen von Flecken, Haaren von Haustieren, Getränkeresten und Kinderhänden. Aber wie wasche ich meinen Sitzsack? Dieser zentralen Frage widmen wir uns heute.

Früher oder später ist es so weit: Der Sitzsack muss, wie alle Textilien, einmal gereinigt werden. Grobe Verschmutzungen wie Haare des Haustieres lassen sich oft mit der Staubsaugerdüse und einem speziellen Polsteraufsatz reinigen. Vorsicht: Da der Sitzsack ja mit feinen Perlen gefüllt ist, nur auf niedrigster Stufe saugen und zur Not von Hand mit einer Bürste nachhelfen. Das ist auch insofern sinnvoll, als sich z.B. borstige Hundehaare nicht unbedingt in der Waschmaschine entfernen lassen, da sie im Stoff stecken. Brösel und ähnliches lässt sich hingegen gut durch Ausschütteln entfernen, und Flüssigkeiten von den wasserdichten Modellen einfach mit einem Tuch abtupfen.

Sitzsack öffnen und Hülle abstreifen

Die meisten Sitzsack-Hüllen sollten aber früher oder später einmal in die Waschmaschine – allein der frische Duft lohnt die Mühe. Wir haben für euch einen solchen Waschvorgang Schritt für Schritt mit einem Smoothy Junior durchgespielt. Sitzsäcke, deren Innenleben in einer extra Hülle verstaut ist, lassen sich unkompliziert auseinander nehmen: Einfach den Reißverschluss öffnen. Die EPS-Perlen im Inneren sind in einem separaten Sack verschlossen und können nicht verloren gehen. Gleich beim Reißverschluss findet sich auch die Pflegeanleitung, in unserem Fall heißt das: Die Sitzsackhülle aus Baumwolle darf bei 30 Grad in die Waschmaschine. Unser Tipp: Mit ähnlichen Farben waschen und vor allem den Reißverschluss schließen, sonst landen nach dem Schleudern alle kleineren Teile wie Socken im Inneren des Sitzsackes, ähnlich wie beim Waschen von Bettbezügen. Wir waschen, je nach Farbe des Bezuges, z.B. mit einem schonenden Colorwaschmittel.

Von der Waschmaschine direkt zum Trocknen

Nach dem Waschvorgang hängen wir die Hülle des Sitzsackes zum Trocknen über eine größere Fläche, da er nicht in den Trockner darf. Hier eignen sich neben Wäschespinnen auch Türen oder die Dusche. Nicht in der prallen Sonne trocknen! Während das gute Stück trocknet, bleibt Zeit, sich das Innenleben des Sitzsackes mal genauer anzusehen: Die unzählen EPS-Perlen sind in einem netzartigen Sack mit Reißverschluss verschlossen. Auf diesem Wege kann übrigens auch das Volumen des Sitzsackes über Reduzieren oder Ergänzen der Kugelmenge variiert werden. Vorsicht: Am besten keine Kinder und Tiere in der Nähe, oder das Herzstück des Sitzsackes bis zum Trocknen der Hülle kindersicher verstauen, sonst wird das Wohnzimmer bald zum Mini-Bällebad.

Innenleben: Perlen und Waschanleitung

Die trockene Sitzsack-Hülle kann auf niedriger Stufe gebügelt werden. Dazu die Hülle auf einen großen Tisch legen, oder anderes großes Kissen (z.B. Kopfkissen des Bettes) hineinschieben und auf der entstandenen Fläche bügeln. Auch durch Straffziehen des noch nassen Sitzsackes können bereits grobe Falten entfernt werden, und manche Obermaterialien benötigen gar kein Bügeln, um in Form zu bleiben.

Zu guter Letzt darf nun das Inlet des Sackes wieder in die Hülle gesteckt werden. Bevor ihr euch schwungvoll auf den nun frischen Sitzsack werft: Händewaschen und keinen Tomatensaft mehr trinken! Wie ihr seht, ist das Reiniges eines Sitzsackes ebenso unkompliziert wie Wäschewaschen. Durch regelmäßige Pflege bleibt einem der Sitzsack in guter Qualität erhalten.

Frisch gewaschen: Smoothy Sitzsack

Smoothy wünscht einen guten Rutsch!

28. Dezember 2013

Gute Vorsätze für’s neue Jahr scheitern ja meist an ihrem hohen moralischen, vernünftigen oder spaßlosen Gehalt. Deshalb haben wir uns für das neue Jahr vorgenommen, nur Vorsätze zu fassen, die auch mit viel Fun verwirklicht werden können. Meistens ist das dann genau das Gegenteil dessen, was man sich immer wieder vornimmt und über dessen Scheitern man jedes Jahr auf’s Neue verärgert ist.

Der erste unserer Vorsätze lautet also: nur coole Vorsätze! Der zweite lautet: Erstmal gut rüber rutschen, sonst wird das mit den Vorsätzen gar nix. Fände sich in den hiesigen Breitengraden etwas mehr Schnee, würden wir übrigens das wortwörtliche Rutschen auf einem wasserfesten Smoothy den Schlittenberg hinunter empfehlen. Je nach Heimat-Region des geneigten Lesers soll hier dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt sein. Nun aber zu unserer Smoothy-internen Top Ten-Liste der wirklich guten Vorsätze für 2014!

1. An Silvester das machen, worauf man wirklich Lust hat, auch wenn es total uncool ist – und wenn es ein Abend allein auf der Couch mit der Lieblingsserie, ein Orgelkonzert, ganz banal in die Sauna gehen oder eine Session Siedler ist.

2. Mehr leckere Sachen essen.

3. Für eine tolle Sache unvernünftig viel Geld ausgeben.

4. Mit Couchsurfen ein neues Land entdecken.

5. Eine Woche lang alles tun, was man als Kind tun wollte, aber nie durfte (Nutella und saure Schnüre essen, die Nächte vor der Konsole verbringen, Arbeit schwänzen und krank machen etc.).

6. Ein Zimmer komplett verändern (Wände anmalen, Möbel umstellen, Vorhänge hin oder weg).

7. Einen Tag lang nur die Wahrheit sagen (das ist die schwerste Challenge).

8. Endlich jemanden engagieren, der die Wohnung putzt.

9. Sich ein gepflegtes Laster zulegen.

10. Weg mit allem alten Plunder, der einem Zeit und Nerven raubt, aber keine Freude mehr bereitet (das ist vielleicht der zweitschwerste Vorsatz).

Und nun… wünschen wir allen ein tolles Hinüberfeiern in’s neue Jahr und freuen uns schon darauf, auch 2014 die ideale Unterlage für die schönen Momente des Lebens kreieren zu dürfen!

Auf in den Schnee beim eigenen Hof-Weihnachtsmarkt!

04. Dezember 2013

Das letzte Mal haben wir über’s herbstliche Daheim-Vergraben sinniert, deshalb soll es heute nach draußen gehen. Schließlich hat ein bisschen frische Winterluft ja noch keinem geschadet! Vor lauter winterlicher Weihnachtswonne weiß man zur Zeit ja schon gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht… Lebkuchen allerorten, geschmolzene Schoko-Osterhasen, die als Weihnachtsmänner wiederauferstehen… Nichtsdestotrotz freut man sich ja doch irgendwie immer auf die Weihnachtszeit. Und weil wir uns nicht alle Jahre wieder die Finger an Glühweinständen neben Christbaumkugeln von anno dazumal abfrieren wollen, haben wir uns kurzerhand überlegt, wie er denn aussehen könnte: unser eigener alternativer Weihnachtsmarkt!

Ihr ahnt es vielleicht schon: Sitzen werden wir natürlich auf diversen Outdoor-geeigneten Bean Bags, dieses Jahr bevorzugt die weibliche Belegschaft eindeutig die metallenen für drin und die Supremes in weiß für draußen. Wegen der Nähe der Bean Bag zum Boden unbedingt an warme Stiefel (vielleicht die guten alten Moonboots) oder auch ein paar Schafffelle als Kuschel-Upgrade denken. Aber damit ist es natürlich noch nicht getan.

Ausschenken statt einfrieren
Ein ordentlicher Hof- oder Gartenweihnachtsmarkt braucht natürlich auch eine Schneebar. Die wird am besten mit eckigen Elementen gebaut: Rechteckige Kästen (z.B. Blumenkästen) mit Pappschnee füllen, Schnee damit aufeinander stapeln, am Ende mit Wasser besprenkeln um das Ganze zu vereisen. Die Form steht natürlich frei, klassisch wäre die U-förmige Bar. Vor dem Vereisen daran denken, ob man noch Elemente in die Bar integrieren möchte, wie z.B. Dekozweige, im Schnee vertiefte Schalen für Cocktail-Utensilien, Aussparungen für Teelichter im Glas. Nur Getränkereste sollten nicht auf die Schneebar geschüttet werden – bekannterweise schmilzt Alkohol Schnee.

Die Deko
Für einen Hofmarkt ist die Aufteilung wegen des begrenzten Platzes enorm wichtig – es soll ja klein, heimelig und exklusiv bleiben. Also allen „Marktbeschickern“ (Freunden mit den Weihnachtsgeschenken vom letzten Jahr, DIY-Freaks, Omas mit Strickmützen, Nachbarn mit Weihnachtspunsch) einen kleinen Campingtisch zuweisen. Als Beleuchtung dienen Fackeln oder große Stumpenkerzen im Schnee. Auch schön: eine alte Schubkarre mit Teelichtern füllen. Ansonsten kann man auch ein Motto ausrufen, und z.B. einen Gemeinschaftsbaum mit allem alten Weihnachtsschmuck, den jeder nur noch aus Nostalgiegründen aufhebt, schmücken. Das bedeutet dann wahrscheinlich: 20 Jahre altes Lametta, Christbaumkugeln mit Motiven und Salzteig aus der Kinderzeit. Mit natürlicher Lebensmittelfarbe (alles, was einem sonst die Kleider versaut wie Karotte, Tomate oder rote Beete) kann man übrigens Schnee (Eiswasser) einfärben.

Schnell selbst gemacht: leckerer Weihnachtspunsch für die Gäste

 

Das ultimative Rezept
Punschrezepte gibt es wahrscheinlich so viele wie Schneeflocken in der Luft, uns hat dieses besonders gemundet: Prosecco und Orangensaft erhitzen (nicht kochen), mit einer Stange Zimt (wieder entfernen), Orangenscheiben, Glühweingewürz und Zucker abschmecken. Je nach Lust und Laune kann man noch einen Fruchtsirup und Alkohol der Wahl hinzufügen. Zur Deko dienen Zimt, Puderzucker, und z.B. In Puderzucker „geeiste“ Nelken als Blüten. Unzähligen weitere leckere Rezepte findet man in Communitys. Serviert wird der Punsch gegen ein kleines Entgelt an der Schneebar.

Aufwärmen
Wem beim Punschgenuss noch nicht warm um’s Herz und um die Hände geworden ist, der wärmt sich am mittelalterlichen Feuerkorb. Für’s innere Aufwärmen bieten sich kleine warme Häppchen an (eine Küche in der Nähe ist also zu empfehlen), z.B. zusammengefaltete Pfannkuchen oder Suppe in Teetassen (einfach in einer großen Thermoskanne aufbewahren). Auch mit dem richtigen Sound wird einem warm. Weil einem Musiker bei Minusgraden schnell die Hände einfrieren, tut es auch ganz unkompliziert der iPod mit Box.

Wem das Inszenieren eines kleinen eigenen Marktes zu aufwändig ist, kann sich natürlich auch zu einem dieser außergewöhnlichen Weihnachtsmärkte  informieren: Wir gehen dann schon mal Punsch trinken!